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Der Bluthochdruck ist eine chronische Erkrankung. Das bedeutet, dass ein bestehender Blutdruck dauerhaft behandelt werden muss. Die Umstellung der Lebensweise, insbesondere eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung, leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Zusätzlich können blutdrucksenkende Medikamente helfen. Doch der erste wichtige Schritt ist die Diagnose beim Arzt.

Den Blutdruck kann man mit aufblasbaren Manschetten, die an Druckmessgeräte angeschlossen sind, am Oberarm oder am Handgelenk bestimmen. Der Arzt misst mit einem Blutdruckmessgerät zwei Werte: den höheren systolischen Blutdruck, der entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt und den niedrigeren diastolischen Blutdruck, der in der Erschlaffungsphase des Herzens in den Gefäßen herrscht. Diese Messung sollte in Ruhe, also nicht nach körperlicher Anstrengung oder bei Nervosität erfolgen, denn in diesen Situationen erhöht sich der Blutdruck. Um das Risiko für eine solche Verfälschung zusätzlich zu vermindern und so eine sichere Diagnose zu gewährleisten, sollten mehrere Messungen vorgenommen werden.

Nach den aktuellen Leitlinien der European Society of Hypertension (ESH) und European Society of Cardiology (ESC) werden die Blutdruckwerte wie folgt eingestuft (1):

Optimal: <120 / <80 mm Hg
Normal: <120-129 / 80-84 mm Hg
Hoch Normal: 130-139 / 85-89 mm Hg
Grad 1 Hypertonie (leicht): 140-159 / 90-99 mm Hg
Grad 2 Hypertonie (mittelschwer): 160-179 / 100-109
Grad 3 Hypertonie (schwer): ≥180 / ≥110
Isolierte systolische Hypertonie: ≥140 / <90

Maßnahmen zur Behandlung des Bluthochdrucks

Bei leichtem Bluthochdruck können der Abbau von Übergewicht, salzarme Ernährung, das Vermeiden von Nikotin und Alkohol sowie viel Bewegung wieder zu normalen Werten führen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus oder liegen stärker erhöhte Werte vor, muss der Bluthochdruck durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten behandelt werden. Moderne Medikamente ermöglichen eine unproblematische Dauerbehandlung, meist reicht eine Tablette am Tag. Die Mittel sind in der Regel sehr gut verträglich. Wichtig zu wissen ist, dass die Arzneimittel zwar die Werte senken, die Erkrankung jedoch nicht heilen. Das bedeutet, dass der Patient die Präparate niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen sollte - auch wenn sich der Blutdruck unter der Behandlung normalisiert.

Medikamente: Individuelle Therapie und wirksame Kontrolle

Der Körper steuert den Blutdruck über ein ausgeklügeltes Regulationssystem. Durch die Beeinflussung unterschiedlicher Faktoren innerhalb dieses Systems kann der Blutdruck beeinflusst werden. Die wichtigsten Medikamente, die heute zur Bluthochdruckbehandlung benutzt werden, lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Diese meist kardioselektiven β1-Blocker hemmen insbesondere die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Dies führt zu einer Senkung der Pulsfrequenz und des Blutdrucks.

Gefäßerweiternde Substanzen wirken direkt oder indirekt auf die Gefäße. Sie erweitern den Gefäßdurchmesser und senken somit den Widerstand, gegen den das Herz "anpumpen" muss. Beispiele sind Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer oder AT1-Blocker.

Substanzen, welche die Urinausscheidung steigern, heißen Diuretika. Sie bewirken eine verstärkte Ausscheidung von Kochsalz und Wasser durch die Nieren. Durch den Flüssigkeitsverlust im Blutgefäßsystem sinkt das Blutvolumen und damit der Blutdruck.

Da bei der Behandlung eines Bluthochdrucks ein Wirkstoff allein oft nicht ausreicht, werden häufig 2 oder 3 verschiedene Wirkstoffe unterschiedlicher Wirkprinzipien gemeinsam benötigt. Dazu stehen eine Reihe von Kombinationspräparaten zur Verfügung, in denen 2 Wirkstoffe in einer Tablette enthalten sind, z.B. ein Angiotensin-II-Antagonist und ein Diuretikum. Durch Kombinationspräparate lässt sich die Anzahl der täglich einzunehmenden Tabletten reduzieren. Dies führt zu einer besseren Akzeptanz der benötigten Therapie und ist kosteneffektiv. Derartige Kombinationen sind meist preiswerter als die Einzelmedikamente zusammen und gleichzeitig fällt nur einmal die Zuzahlung für den Patienten an.

Der Patientenleitfaden "Diagnose Bluthochdruck" bietet noch ausführlichere Informationen zu diesem Thema und gibt Hilfestellung für den richtigen Umgang mit den Medikamenten im Alltag. Bestellen können Sie die Broschüre ganz einfach und kostenlos hier.

Quelle:
(1) Mancia G. et. al. J Hypertens 2007; 25:1105-1187.

AZIB-ATA-6401/09

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Updated 05.02.2012 09:15 CET

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