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Die Atherosklerose oder Arterienverkalkung ist eine Erkrankung der Blutgefäße. Sie entwickelt sich über viele Jahre hinweg und bleibt dabei meist für lange Zeit unerkannt.

Die gesunde Gefäßwand ist kein toter „Schlauch“ sondern ein komplex aufgebautes System aus verschiedenen Schichten, das den Blutfluss aktiv mitreguliert. Die äußerste Schicht einer Arterie besteht aus schützendem Bindegewebe und sorgt so für Struktur und Festigkeit. Darauf folgt eine Schicht aus Muskelfasern. Diese sogenannte „glatte Muskulatur“ kann nicht willkürlich angespannt werden wie etwa unser Bizeps. Sie reagiert jedoch auf Faktoren wie Stress oder Temperaturschwankungen und verändert dadurch den Durchmesser der Blutgefäße: Zieht sie sich zusammen, so erhöht sich der Blutdruck und umgekehrt. So kann der Blutfluss den verschiedenen Situationen des Lebens angepasst werden. Die innerste Schicht aus sogenannten Epithelzellen sorgt dafür, dass das Blut möglichst reibungsfrei fließen kann. Die feinsten Blutgefäße, die Kapillaren, bestehen nur aus dieser Schicht, durch die dann der Austausch beispielsweise von Sauerstoff und Nährstoffen zwischen Blut und Gewebe stattfindet.

Was ist Atherosklerose?

Bei der Atherosklerose kommt es aus bisher noch nicht im Detail verstandenen Gründen zu Ablagerungen und Veränderungen an den Gefäßwänden. Diese Veränderungen sind durch die Ablagerungen von Kalksalzen und Fetten sowie durch die Umbildung von elastischen Muskelzellen in festes Bindegewebe gekennzeichnet. Solche Ablagerungen werden auch Plaques genannt. Es kommt zu Verhärtungen der Gefäßwände und die Gefäße können sich nach einem Herzschlag nicht mehr genügend ausdehnen, um den gepumpten Blutschwall aufzunehmen. Außerdem verengen die Plaques den Gefäßdurchmesser. Die Folge ist, dass das Blut nicht mehr so gut fließen kann.

Wenn der „Fluss des Lebens“ behindert wird

Zu einem gewissen Grad ist die Atherosklerose ein natürlicher Alterungsprozess – schon bei Kindern können gewisse Veränderungen festgestellt werden. Es gibt jedoch viele Faktoren, die zu einer krankhaften und verstärkten Plaque-Bildung an den Gefäßwänden führen. Dazu gehören zum Beispiel erhöhte Blutfett- oder Blutzuckerwerte sowie ein dauerhaft erhöhter Blutdruck. Verengen die Gefäße zu sehr, kann es zu Durchblutungsstörungen und zu lokalen Blutgerinnseln (Thrombosen) kommen. Verstopfen die Gefäße durch ein solches Gerinnsel völlig, stirbt das Gewebe, das normalerweise durch die Arterie mit Sauerstoff versorgt wird ab. Passiert dies im Herzen oder im Gehirn, spricht man von einem Herzinfarkt bzw. von einem Schlaganfall. Über 50 Prozent der Bevölkerung sterben an atherosklerotisch bedingten Erkrankungen.

AZIB-ATA-6400/09

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Updated 30.07.2010 10:10 GMT

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