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Ob ein Patient an einer koronaren Herzkrankheit oder vielleicht sogar an einem Herzinfarkt leidet, kann der Arzt oft schon durch genaues Beobachten der Symptome feststellen. Gewissheit bringt in den meisten Fällen das Elektrokardiogramm (EKG).

Bevor der Arzt technische Verfahren einsetzt, wird er den Patienten zu seiner Krankengeschichte (Anamnese) befragen: Wie und wann empfinden Sie Schmerzen oder Druck in der Brust? Seit wann treten die Beschwerden auf? Leiden Sie bereits an anderen (Herz-)Krankheiten? Den Arzt wird auch interessieren, ob Risikofaktoren - wie Rauchen, Bluthochdruck oder Stress - bestehen und ob die koronare Herzkrankheit in der Familie gehäuft auftritt.

An die Anamnese schließt sich die körperliche Untersuchung an. Der Arzt wird schauen, ob die Beine dick und geschwollen sind, Atemnot beim flachen Liegen besteht und die Halsvenen bei Oberkörperhochlagerung um zirka 45 Grad geschwollen sind. Ist dies der Fall, leidet der Patient vermutlich unter einer Herzschwäche.

Die EKG-Nadel bringt den Infarkt zu Papier

Zur Routineuntersuchung bei Patienten mit Verdacht auf koronare Herzerkrankung gehört das Elektrokardiogramm (EKG), das die Herzströme aufzeichnet. Die Herzaktionen ergeben ein typisches Bild, das sich verändert, wenn etwa aufgrund einer Mangeldurchblutung die Herzströme nicht mehr richtig weitergeleitet werden. Zunächst fertigt der Arzt ein EKG im Ruhezustand an. Dieses EKG ist allerdings noch nicht sehr aussagekräftig, da es bei 90 Prozent der Patienten mit koronarer Herzkrankheit normal aussieht.

Zur genaueren Diagnostik ist ein EKG unter Belastung notwendig. Meist geschieht dies auf einem Fahrradergometer, das den bekannten Heimtrainingsgeräten ähnelt. Der Patient kann die Pedale aber auch im Liegen treten. Allmählich erhöht sich der Pedalwiderstand, und durch die körperliche Mehrarbeit steigt auch die Kreislaufbelastung. Das gleichzeitig aufgezeichnete EKG gibt Aufschluss über die Veränderungen der Herzaktivität im Verhältnis zu Puls und Blutdruck.

Aber auch die Aussagekraft des Belastungs- EKG ist begrenzt: Ist es auffällig, dann spricht dies für eine Herzerkrankung. Ist es hingegen normal, bedeutet dies noch nicht, dass der Patient gesund ist. Erst wenn die Einengung der Herzkranzgefäße über 70 Prozent liegt, wird das Belastungs-EKG auffällig. Da der Herzinfarkt auch durch Gerinnsel (Thromben) in Gefäßen entstehen kann, die nicht kritisch verengt sind, kann das Belastungs-EKG das Herzinfarkt-Risiko nur in Grenzen bestimmen.

Echokardiographie zeigt die Bewegung der Herzwände

Mehr Aufschluss liefert dagegen der Ultraschall. Mit der so genannten Echokardiographie kann der Arzt Herzkrankheiten sicher feststellen. Ein Ultraschallkopf zur Herzuntersuchung lässt sich auf die Brustwand aufsetzen oder über die Speiseröhre bis auf Herzhöhe einführen. Der Ultraschall erlaubt dem Arzt, das Herz in Aktion zu beobachten. Eine Herz-Echokardiographie kann in Ruhe und Belastung (so genanntes Stress-Echo) durchgeführt werden.

Nicht immer ist eine schwere Angina pectoris von einem akuten Herzinfarkt genau abzugrenzen. Der Arzt prüft im Rahmen der Ausschlussdiagnostik außerdem, ob alternativ eine Herzbeutelentzündung, eine Rippenfellentzündung, eine Lungenembolie oder ein Aortenaneurysma (=Gefäßerweiterung der Hauptschlagader) im Brustkorb für die Beschwerden verantwortlich sind.

Auch die Labordiagnostik liefert Hinweise auf einen Herzinfarkt, denn die absterbenden Herzmuskelzellen setzen Enzyme frei: Je älter der Infarkt ist, desto höher sind die Werte für Troponin und CK-MB. Zum Nachweis dieser Enzyme hält auch bereits der Hausarzt oder Internist einen Schnelltest bereit (z.B. Troponin-I-Schnelltest). Denn nur wenn Herzmuskelgewebe abstirbt, liegt ein Infarkt vor.

Die Herzkranzgefäße können aber auch geröntgt werden. So lassen sich verengte Stellen direkt auch schon vor dem Auftreten eines Herzinfarktes erkennen. Bei der Koronar-Angiographie wird ein Kontrastmittel über einen Katheter direkt in die Herzkranzgefäße gespritzt. Mit einer Computertomographie (CT) lassen sich dreidimensionale Aufnahmen des Herzens und seiner Gefäße machen. Im Gegensatz zu anderen Verfahren sind Veränderungen an den Gefäßwänden bereits in einem sehr frühen Stadium erkennbar.

AZIB-ATA-6399/09

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Updated 05.02.2012 08:20 CET

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