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Forschung zu Isomeren revolutioniert die Therapiemöglichkeiten
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- Forschung zu Isomeren revolutioniert die Therapiemöglichkeiten
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- Optisch reine Isomere eröffnen neue Therapiemöglichkeiten
Was den Nobelpreis für Chemie im Jahre 2001 mit der Behandlung der Volkskrankheit Sodbrennen verbindet.
Oft muss sich die Grundlagenforschung den Vorwurf gefallen lassen, sie sei zu abstrakt, zu wenig praxisnah. In vielen Bereichen mag das durchaus zutreffen. Die Forschungsarbeit des amerikanischen Chemikers Prof. K. Barry Sharpless machte eine bahnbrechende Weiterentwicklung im Bereich moderner Pharma-zeutika möglich. Er forschte über Herstellungsmöglichkeiten von optisch reinen Isomeren. Seine Ergebnisse ermöglichten die Herstellung des reinen Isomers von pharmazeutischen Substanzen. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist ein Wirkstoff, der gegen Sodbrennen eingesetzt wird. Hierdurch wurde eine komplett neue Substanzklasse im Bereich der Pharmazeutika ins Leben gerufen: die so genannten isomeren Protonenpumpen-Hemmer.
Isomere: in der Natur allgegenwärtig
In der Natur liegen viele Moleküle in zwei spiegelbildlichen Formen vor. Diese so genannten "optischen Isomere" haben gleiche physikochemische Eigenschaften, führen jedoch oft zu unterschiedlichen Wirkungen im lebenden Organismus. Die Isomerie ist ein Naturphänomen, sie begegnet uns tagtäglich, so Prof. K. Barry Sharpless, letztjähriger Nobelpreisträger für Chemie, in seinem Vortrag auf der Pressekonferenz "Vom Nobelpreis in die ärztliche Praxis", der anschaulich in die Welt der Isomere einführte. Die menschliche Nabelschnur etwa ist in sich gedreht - und zwar immer nach links. Auch viele Aromastoffe sind optische Isomere. Bei links- und rechtsdrehenden Isomeren sind die Duftnoten unterschiedlich, zum Beispiel bei den optischen Isomeren des Aromastoffs Carvon: Das eine riecht nach Pfefferminz und das andere nach Kümmel. Aber auch sonst begegnet man überall einer Bevorzugung jeweils eines optischen Isomers: Im Joghurt befindet sich rechtsdrehende Milchsäure und der menschliche Körper verwertet nur D-Glucose - das Spiegelbild, die L-Glucose, ist für unseren Körper vollkommen wertlos. Selbst im Pflanzenreich findet man die Orientierung in nur eine Richtung; Hopfen beispielsweise windet sich nur nach links um eine Rankhilfe.
AZIB-NEX-6170/09
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Updated 05.02.2012 09:37 CET
