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TherapiebereicheEine Infektionskrankheit liegt vor, wenn ein Erreger in einen Organismus eindringt, sich dort festsetzt und vermehrt und dadurch klinische Symptome hervorruft. Der Begriff darf nicht, wie es in der Umgangssprache oft vorkommt, mit Infektion gleichgesetzt werden, da nicht jede Infektion auch zu einer Erkrankung führt.
In den Entwicklungsländern sind Infektionskrankheiten immer noch die häufigste Todesursache.1 In den Industrieländern dagegen haben sie durch Hygiene, Impfungen und entsprechende Therapiemöglichkeiten an Bedeutung verloren. Hochgefährliche Seuchen wie die Pest oder die Pocken gehören der Vergangenheit an. Andererseits gewinnt beispielsweise die Tuberkulose, die in Industrienationen schon als praktisch ausgerottet galt, durch Einwanderung wieder an Bedeutung. Daneben treten ständig neue Krankheitserreger auf, wie beispielsweise der Erreger der AIDS-Erkrankung (HI-Virus) oder der Erreger des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS-Coronavirus), und stellen die Medizin vor neue Aufgaben. Eine besondere Heraus-
forderung sind im Krankenhaus erworbene, sogenannte nosokomiale Infektionen, zumal hierfür oft Keime die Ursache sind, die gegen viele der heute verwendeten Antibiotika Resistenz zeigen und kaum behandelt werden können. Die Häufigkeit dieser Art von Infektionen steigt an, da in Krankenhäusern immer öfter schwierige Operationen und komplizierte apparative Maßnahmen mit erhöhtem Infektionsrisiko durchgeführt werden. Darüber hinaus finden zunehmend Therapien Anwendung, die das Immunsystem schwächen, und es werden immer mehr ältere Patienten mit bereits beeinträchtigtem Immunsystem behandelt.
Als Auslöser von Infektionskrankheiten kommen vielerlei Organismen infrage: Bakterien, Viren, Pilze, tierische Einzeller und Parasiten. Weitaus am häufigsten sind Infektionen durch Viren und Bakterien. Die Pathogenität des Erregers, also seine Fähigkeit, eine bestimmte Krankheit auszulösen, und die Virulenz, also seine Infektionskraft, bestimmen das Ausmaß und die Ausprägung der entsprechenden Erkrankung. Auch das Verhältnis von Erreger und infiziertem Organismus spielt hier eine Rolle, vor allem, inwieweit das Immunsystem des infizierten Organismus in der Lage ist, mit der Infektion fertigzuwerden.
Ein wichtiger Aspekt des Umgangs mit Infektionskrankheiten ist die Vorbeugung durch Impfung. Ist die Krankheit ausgebrochen, besteht eine wichtige Voraussetzung für die Behandlung in einer genauen Diagnose: Der Erreger und seine Eigenschaften müssen erkannt werden. Anschließend kann die Infektion durch eine dem jeweiligen Krankheitskeim angepasste Therapie bekämpft werden. In der Regel werden dabei Medikamente eingesetzt: Antibiotika gegen Bakterien, Virostatika gegen Viren, Antimykotika gegen Pilze. In Fällen, in denen eine lebensbedrohliche Erkrankung vorliegt und rasches Eingreifen erforderlich ist, kann man unter Umständen jedoch nicht auf eine genaue Diagnose warten und muss, etwa mit einem Breitbandantibiotikum, versuchen, möglichst viele der vermutlich vorliegenden Erreger abzudecken.
Erfahren Sie auf den folgenden Seiten mehr über verschiedene Infektionskrankheiten und die Möglichkeiten ihrer Therapie.
Quelle
1 Website des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/faktoren/sterblichkeit.html, abgerufen am 07.03.2012.
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