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Schilddrüsenkrebs

Als Schilddrüsenkrebs (auch: Schilddrüsenkarzinom) bezeichnet man einen bösartigen
Tumor in der Schilddrüse. Man unterscheidet differenzierte Schilddrüsenkarzinome, die dem Schilddrüsengewebe sehr ähnlich sind; undifferenzierte Karzinome, die dem Schilddrüsen-
gewebe kaum mehr ähnlich sind; und den medullären Schilddrüsenkrebs, der in den C-Zellen entsteht, die den Calciumstoffwechsel steuern.

Nur bei ca. fünf Prozent aller Knoten, die in dem Organ diagnostiziert werden, handelt es sich um Karzinome. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 5.200 Personen, Frauen überwiegen hier deutlich.1 Schilddrüsenkrebs kann in jedem Alter vorkommen, wobei das durchschnittliche Erkrankungsalter mit 58 Jahren bei Frauen und 55 Jahren bei Männern deutlich unter dem der meisten anderen Krebsarten liegt. Bei differenzierten Karzinomen wird meist eine durch-
schnittliche 10-Jahres-Überlebensrate* zwischen 80 und über 90 Prozent angegeben, bei undifferenzierten liegt dieser Wert bei 14 Prozent, bei medullärem Schilddrüsenkrebs
wiederum bei 75 Prozent.2

Symptome eines Schilddrüsenkarzinoms sind fühl- oder sichtbare Knoten, die plötzlich auftreten und schnell größer werden, hart sind und sich beim Schlucken schlecht verschieben lassen. Auch ein sehr rasch wachsender oder sich verhärtender Kropf kann auf Schilddrüsenkrebs hindeuten, ebenso Schluckbeschwerden oder ein Druckgefühl im Hals, manchmal begleitet von Heiserkeit, Hustenreiz oder Atemnot. Vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich sind ebenfalls ein Warnsignal.

Die Ursachen des Schilddrüsenkrebses sind nicht vollständig geklärt, aber es ist sicher, dass Jodmangel und radioaktive Strahlung dazugehören. Wer unter Jodmangel leidet, hat ein 2,3-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko. Auch genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen.

Zur Diagnose stehen der Medizin eine Reihe von Methoden zur Verfügung. Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und der Lymphknoten gibt Aufschluss über ihre Lage und Größe und hilft, harmlose Zysten von Tumoren zu unterscheiden. Bei einer Szintigrafie bekommt der Patient schwach radioaktives Jod verabreicht, das von der Schilddrüse aufgenommen wird. Unterschiedliche Farben, die ein entdeckter Knoten daraufhin annimmt, zeigen, ob es sich um eine gutartige Veränderung des Schilddrüsengewebes oder um ein Karzinom handelt. Gewebeproben aus dem Knoten verschaffen dem Arzt letzte Gewissheit.

Bei einer Krebserkrankung wird meist die gesamte Schilddrüse operativ entfernt. Die Hormone, die der Körper dann nicht mehr selbst produzieren kann, muss der Patient in Form von Tabletten sein Leben lang einnehmen. Bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen kann ihm zusätzlich radioaktives Jod verabreicht werden, das im Körper verbliebene Krebszellen zerstört. Bei undifferenzierten Karzinomen erhält der Patient nach der Operation eine äußerliche Strahlenbehandlung mit gleicher Wirkung.

Quellen

* Dieser Wert gibt an, wie viele Erkrankte zehn Jahre nach der Krebsdiagnose leben.

1 Website der Deutschen Krebsgesellschaft, http://www.krebsgesellschaft.de/pat_ka_schilddruesenkrebs_definition,108164.html, abgerufen am 07.03.2012.

2 E-Learning-Kurs der Charité, http://chilearning.charite.de/index.php?id=139, abgerufen am 07.03.2012.

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