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TherapiebereicheSchmerz ist eine komplexe Sinnesempfindung, die von sogenannten Schmerzrezeptoren wahrgenommen wird. Dies sind spezialisierte Nervenendigungen, die auf Temperaturreize (Hitze, Kälte), mechanische Reize (Druck, Verletzung) und chemische Reize (Säuren, Gifte, Entzündung) reagieren. Diese Reize werden im Zentralnervensystem, also dem Rückenmark und dem Gehirn, verarbeitet und interpretiert.
Schmerzen treten akut als Folge von Erkrankungen oder Verletzungen auf. In diesem Fall sind sie zunächst einmal „nichts Schlechtes“, sondern ein Warnsignal des Körpers, das auch bei der Stellung einer Diagnose hilfreich sein kann. Dauern Schmerzen mehr als drei bis sechs Monate an, spricht man von chronischen Schmerzen. Diese können eigenen Krankheitswert entwickeln. Da Schmerzzustände für den Körper erlernbar sind, sich also nach längerem, wiederholtem Auftreten quasi verselbstständigen, ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerztherapie wichtig.
Viele Menschen gehen mit Schmerzen, insbesondere mit chronischen Schmerzen, nicht zum Arzt. Analysen der International Association for the Study of Pain (IASP) zufolge leiden etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland an chronischen bzw. wiederkehrenden Schmerzen wie beispielsweise Migräne. Bei sechs bis acht Millionen der Betroffenen sind die Schmerzen so ausgeprägt, dass ihr Leben dadurch stark beeinträchtigt wird. Etwa einer von zehn Betroffenen – also ein bis zwei Millionen Menschen – hat problematische Schmerzzustände.1 Hier hat sich der Schmerz von seinem ursprünglichen Auslöser verselbstständigt und ist zu einer eigenständigen Erkrankung geworden. Chronische Schmerzen bringen eine erhebliche Verminderung der Lebensqualität mit sich, von Einschränkungen der Beweglichkeit bis hin zur Berufsunfähigkeit, und häufig sind depressive Verstimmungen und sozialer Rückzug die Folge.
Die Beseitigung oder Linderung von Schmerzen ist ein wichtiges Ziel medizinischer Behandlung. Wenn die Ursache des Schmerzes identifiziert werden kann, wird der Arzt versuchen, sie zu beseitigen. Dazu steht ihm eine Vielzahl therapeutischer Maßnahmen zur Verfügung, beispielsweise die Ruhigstellung eines Knochenbruchs oder die chirurgische Entfernung eines Tumors. Oft jedoch ist eine solche „kausale“ Behandlung nicht möglich. Dann wird der Arzt versuchen, die Schmerzsymptome zu beseitigen oder zu lindern. In diesem Fall kann er auf physikalische Therapie, Physiotherapie oder medikamentöse Therapie zurückgreifen.
Erfahren Sie auf den folgenden Seiten mehr über verschiedene Schmerzerkrankungen und die Möglichkeiten ihrer Therapie.
Quelle
1 Vgl. http://www.schmerz-therapie-deutschland.de/pages/presse/2003/pres_11.html, abgerufen am 07.03.2012.
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