AstraZeneca geht mit AMNOG-Studie DapaZu in erneute Nutzenbewertung von Dapagliflozin

Wedel, 08. Januar 2018 – AstraZeneca startet mit neuen wissenschaftlichen Daten in die nächste AMNOG-Runde. Das forschende Pharmaunternehmen hat die Nutzendossiers für die erneute Nutzenbewertung seiner oralen Diabetesmedikamente Forxiga® (Dapagliflozin) und Xigduo® (Fixkombination Dapagliflozin/Metformin) beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eingereicht. Die Nutzendossiers beruhen u. a. auf den positiven Daten der Phase-IV-Studie DapaZu, die AstraZeneca nach den Vorgaben des G-BA eigens für die erneute Nutzenbewertung von Dapagliflozin aufgesetzt hatte. Vorangegangen war eine negative Nutzenbewertung des G-BA im Juni 2013 (Forxiga®) und August 2014 (Xigduo®). Daraufhin hatte AstraZeneca trotz der preislichen Konsequenzen einen Erstattungsbetrag mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt. Somit blieb Dapagliflozin zur Behandlung von Patienten mit Typ 2 Diabetes mellitus in Deutschland verfügbar, und das in einem Therapiegebiet, in dem derzeit etwa jedes zweite neue Diabetespräparat aufgrund einer negativen AMNOG-Bewertung wieder vom Markt genommen wird.1,2 „Wir sind zuversichtlich, dass die nun eingereichten Daten zu einem positiven Ergebnis in der erneuten Nutzenbewertung von Dapagliflozin führen und damit unsere Forschungsbemühungen anerkannt werden“, sagt Dr. Julia Büchner, Vice President Pricing and Market Access bei AstraZeneca Deutschland.

Die Studie DapaZu ist die erste, die eigens für die Nutzenbewertung eines Diabetesmedikaments in Deutschland geplant und durchgeführt wurde. Bei der Planung des Studiendesigns hatte sich AstraZeneca vorab mit dem G-BA beraten, um dessen Kritikpunkte an der im Rahmen der Erstbewertung nicht akzeptierten Zulassungsstudie von Dapagliflozin zu berücksichtigen. Somit wurde die DapaZu-Studie entsprechend den Anforderungen an die Methodik des G-BA für eine Studie zur Nutzenbewertung durchgeführt. Sie spiegelt den deutschen Versorgungsalltag wider, da sie den leitlinienkonformen und patientenindividuell anpassbaren Einsatz des Sulfonylharnstoffs Glimepirid vorsieht und überdies viele deutsche Studienzentren an der internationalen Studie beteiligt waren.

Neben den DapaZu-Studiendaten hat AstraZeneca auch Langzeitdaten über einen Zeitraum von 4 Jahren aus der Zulassungsstudie D1690C00004 zur Wirksamkeit und Sicherheit von Dapagliflozin im Rahmen der Nutzendossiers eingereicht.

AstraZeneca führt zudem mit DECLARE-TIMI-58 eine große multizentrische, randomisierte, placebo-kontrollierte klinische Studie mit über 17.000 Patienten durch. In der Studie werden u. a. Daten zur kardiovaskulären Mortalität sowie zum Auftreten von Myokardinfarkt, Schlaganfällen, und Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz in einem breiten Patientenkollektiv (Patienten mit manifester kardiovaskulärer Vorerkrankung, sowie Patienten mit multiplen Risikofaktoren) erhoben. Erste Ergebnisse werden Anfang 2019 erwartet.

„Mit DapaZu und DECLARE investieren wir weiterhin in die Forschung und Weiterentwicklung unseres SGLT-2-Hemmers, denn wir glauben daran, dass Dapagliflozin einen entscheidenden Beitrag für die Versorgung von Menschen mit Typ 2 Diabetes leisten kann. Mit dem Aufsetzen der Phase-IV-Studie DapaZu haben wir einen völlig neuen Weg eingeschlagen“, so Dr. Kai Richter, Vice President Medical bei AstraZeneca Deutschland. „Bis dato hat noch kein Unternehmen im Bereich Diabetes eine Studie einzig und allein für die deutsche Nutzenbewertung initiiert. Dieser Schritt zeigt unser Engagement im Rahmen des AMNOG auf“, ergänzt Büchner.
 

Dapagliflozin vermeidet Unterzuckerungen im Vergleich zu Sulfonylharnstoff

In der DapaZu-Studie wurde Dapagliflozin im Anwendungsgebiet „Add-on“ zu Metformin im direkten Vergleich mit einem Sulfonylharnstoff (Glimepirid) untersucht, der vom G-BA als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt wurde. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Dapagliflozin als Add-on zu Metformin zu einer signifikanten Vermeidung von Hypoglykämien führt.3 Bestätigte symptomatische Hypoglykämien wurden unter Therapie mit Dapagliflozin gänzlich vermieden, wohingegen diese unter der Sulfonylharnstoff-Therapie signifikant häufiger und zudem wiederkehrend (d.h. mehrmals pro Patient) auftraten.3 Die Studie weist überdies nach, dass Dapagliflozin als Add-on zu Metformin zu einer vergleichbar starken Blutzuckersenkung wie Glimepirid führt. Damit wurde der primäre Studienendpunkt erreicht.3 Die Studie belegt zudem, dass eine orale Triple-Therapie mit dem SGLT-2-Inhibitor Dapagliflozin in Kombination mit dem DPP-4-Inhibitor Saxagliptin (Onglyza®) und Metformin eine überlegene HbA1c-Kontrolle im Vergleich zur Kombination des Sulfonylharnstoffs Glimepirid mit Metformin bewirkt.

Die Vermeidung von Hypoglykämien stellt ein übergeordnetes Therapieziel der Nationalen Versorgungsleitlinie für Diabetes mellitus Typ-2 dar, da diese für Patienten überaus belastend und potenziell lebensgefährlich sein können. „Mit Blick auf das Vermeiden von Hypoglykämien bestätigen die DapaZu-Ergebnisse die Daten unserer Zulassungsstudie, auf deren Basis wir im Rahmen der Erstbewertung einen Zusatznutzen beansprucht hatten“, so Büchner. „Mit den 4-Jahres-Langzeitdaten dieser Zulassungsstudie und den DapaZu-Studiendaten haben wir nun ein Dossier mit starker Evidenz für einen Zusatznutzen von Dapagliflozin eingereicht.“

Die DapaZu-Studie umfasste 939 Patienten mit Typ 2 Diabetes mit einer mittleren Erkrankungsdauer von etwa 7 Jahren und einem mittleren HbA1c von 8,3 %.3 Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer wurde in Deutschland rekrutiert. „Mit der Unterstützung der 130 deutschen Studienzentren ist es uns gelungen, die DapaZu-Studie sehr schnell abzuschließen. Daher möchten wir uns bei allen Studienärzten und Studienteilnehmern herzlich für ihr Mitwirken bedanken“, sagt Richter. „Die enge Zusammenarbeit im Rahmen dieser Studie ist ein gutes und wichtiges Signal für den Forschungsstandort Deutschland, da die Herausforderungen mit der Volkskrankheit Diabetes nur durch gemeinsame Anstrengungen erfolgreich gemeistert werden können.“

 

Über Dapagliflozin

Dapagliflozin ist für die einmal tägliche Einnahme zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei Erwachsenen mit Typ 2 Diabetes indiziert:4

  • Als Monotherapie, wenn Diät und Bewegung allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren bei Patienten, bei denen die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit als ungeeignet erachtet wird.
  • Als Add-on-Kombinationstherapie, in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln einschließlich Insulin, wenn diese den Blutzucker, zusammen mit einer Diät und Bewegung, nicht ausreichend kontrollieren.

Dapagliflozin war der erste zugelassene Vertreter aus der Klasse der selektiven und reversiblen Inhibitoren des Natrium-Glukose-Cotransporters 2 (Sodium-Glucose-Cotransporter-2, SGLT-2).4 Der Wirkmechanismus von Dapagliflozin ist unabhängig von der Insulinausschüttung und Insulinwirkung im Körper. Dapagliflozin hemmt in der Niere selektiv SGLT-2. Hierdurch wird überschüssige Glukose mit dem Urin ausgeschieden und es kommt zu einer Reduktion der Blutzuckerwerte. In klinischen Studien führte Dapagliflozin zudem zu einer Gewichtsabnahme* und einer Senkung des Blutdrucks*.4

Zur Bewertung der klinischen Wirksamkeit und Sicherheit von Dapagliflozin wurden 13 doppelblinde, randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit 6.362 Personen mit Typ 2 Diabetes durchgeführt; 4.273 Personen wurden in diesen Studien mit Dapagliflozin behandelt.4

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat durch die Zulassung von Dapagliflozin im Januar 2014 ebenfalls das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Substanz u.a. auf Basis der zusätzlich vorgelegten Evidenz (30-Monats-Sicherheitsanalyse, Vier-Jahresdaten im Anwendungsgebiet Add-on Metformin) bestätigt.4

Das Fixkombinationspräparat Dapagliflozin und Metformin ist seit Januar 2014 in der EU zugelassen.5 Grundlage für die EU-Zulassung waren fünf Placebo-kontrollierte klinische Studien mit 1.146 Patienten mit Typ 2 Diabetes sowie eine aktiv kontrollierte Studie mit 400 Patienten.

 

Über AstraZeneca GmbH

Die AstraZeneca GmbH in Wedel/Schleswig-Holstein ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC, mit Hauptsitz in Cambridge. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von rund 23 Milliarden USD (2016) weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Stoffwechsel, Onkologie, Atemwegserkrankungen sowie für die Behandlung von Infektions- und Autoimmunkrankheiten. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.astrazeneca.de.

 

Ihre Ansprechpartnerin:
Julia Rasche
Pressesprecherin
AstraZeneca GmbH
Tinsdaler Weg 183
22880 Wedel
Tel.: 04103 / 708 3980
E-Mail: julia.rasche@astrazeneca.com


Referenzen

  1. Gallwitz B, Müller-Wieland D, Dtsch Arztebl 2017; 114(20): [24]; DOI: 10.3238/PersDia.2017.05.19.06
  2. Storm A (Hrsg.), AMNOG-Report 2017. Nutzenbewertung von Arzneimitteln in Deutschland. in: Beiträge zur Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung (Band 17). Verfügbar unter: https://www.dak.de/dak/download/amnog-report-2017-1891614.pdf
  3. Präsentation beim DDG-Kongress 2017 #XX-OR. Safety and Efficacy of Dapagliflozin and Dapagliflozin + Saxagliptin versus Sulfonylurea as Add-on to Metformin in Patients with Type 2 Diabetes and Inadequate Glycemic Control on Metformin Monotherapy: Results from the DapaZu study
  4. Fachinformation Forxiga®. Stand Januar 2017
  5. Fachinformation Xigduo®. Stand Januar 2017

* Dapagliflozin ist nicht indiziert für die Behandlung von Übergewicht und Hypertonie. Gewichtsreduktion und Blutdrucksenkung sind Zusatzeffekte und waren sekundäre Endpunkte in klinischen Studien.

DE-12933/17