Theorie und Praxis sinnvoll vereinen: Neue Therapieoptionen in der Pneumologie erfordern Umdenken

AfP Highlight-Symposium 2018

Wedel/Berlin, 26. April 2018. Am 20. und 21. April fand das diesjährige Highlight-Symposium der Akademie für Pneumologen (AfP) unter dem Motto ‘Von der Wissenschaft zur Praxis – Von Perspektiven zu Patientenʼ statt. Unter der Schirmherrschaft von Professor Dr. med. Roland Buhl, Mainz, und Professor Dr. med. Claus Vogelmeier, Marburg, widmeten sich die rund 200 Teilnehmer Impulsvorträgen namhafter Experten. Thematisch lag der Schwerpunkt der Veranstaltung auf dem zuletzt breit diskutierten DGP-Kongressthema ʻschweres Asthmaʼ bzw. ‘Biologika’ – immer mit Blick auf die zielgerichtete Umsetzung in der Praxis. Zudem erhielten die anwesenden Ärzte umfassende Updates zu COPD, Infektiologie und Allergologie sowie pneumologischer Onkologie und Rehabilitation. Passend zum Veranstaltungsort mit technischem Flair – dem Berliner ewerk – kam auch das Thema ʻtechnischer Fortschritt in der Pneumologieʼ nicht zu kurz. Das nächste AfP Highlight-Symposium ist bereits für 2019 geplant.

„Der Atemwegsbereich ist einer unserer wichtigsten Forschungsschwerpunkte und liegt uns daher sehr am Herzen“, eröffnete Dr. med. Kai Richter, Vice President Medical bei AstraZeneca, die Veranstaltung. „Durch das erweiterte Biologika-Spektrum im Bereich schweres Asthma haben wir an Therapiemöglichkeiten gewonnen. Insbesondere spielt die Patientenidentifikation bei der Wahl der zielgerichteten Therapien eine entscheidende Rolle.“ Umso wichtiger sei es da, so Richter, mit dem AfP Highlight-Symposium eine Fortbildungsveranstaltung anbieten zu können, bei der die „Hot Topics“ der Pneumologie kontrovers und lösungsorientiert angegangen werden könnten.

Dass trotz vielversprechender Therapieoptionen letztendlich immer der Patient und dessen Therapieoptimierung im Mittelpunkt stehe, betonte Priv.-Doz. Dr. med. Stephanie Korn aus Mainz. Die Referentin empfahl, auch bei der Kommunikation mit den Patienten besonders aufmerksam zu sein, denn nicht jeder gebe gerne direkt Auskunft zu seinem Gesundheitsstatus oder schätze die eigene Situation richtig ein. Diese Meinung teilte auch das Expertenpanel aus Klinik und Praxis, das am Folgetag interaktive Falldiskussionen mit Live-Umfragen präsentierte: Professor Dr. med. Roland Buhl, Mainz, Professor Dr. med. Marek Lommatzsch, Rostock, Dr. med. Martin Hoffmann, Hannover, und Dr. med. Hartmut Timmermann aus Hamburg traten in den regen Dialog mit dem Auditorium. So befasste sich Professor Buhl ausführlich mit der Phänotypisierung bei Asthma – aus seiner Sicht ein absolutes Muss: Es gelte, so der Referent, zunächst klar zu identifizieren, ob es sich um schweres allergisches oder schweres eosinophiles Asthma bzw. eine Mischform mit hoher Eosinophilenzahl und erhöhtem IgE im Blut handle, um dann im zweiten Schritt die richtige Medikation (Anti-IgE oder Anti-IL-5) auszuwählen. Könne dies nicht klar definiert werden, müsse eine erweiterte Diagnostik angesetzt werden. Um das Therapieansprechen adäquat monitorieren zu können, sollte eine routinemäßige Beurteilung multipler klinischer Parameter (z. B. Symptomkontrolle oder Lungenfunktion) initial und im Verlauf vorgenommen werden.

Professor Lommatzsch ergänzte, dass hierbei auch die Medikation mit oralen Kortikosteroiden (OCS) beachtet werden sollte – auch unter Berücksichtigung möglicher Nebenwirkungen wie dem Cushing-Syndrom, Katarakt oder koronare Herzerkrankungen. Er präsentierte einen entsprechenden OCS-Fall, bei dem der Patient über neun Jahre hinweg – zusätzlich zu den täglichen 20 mg – alle drei Tage nachts eine Dosis von 40-80 mg einnahm. Nach Neueinstellung auf einen IL-5-Rezeptor-Antikörper im März 2018 ging es dem Patienten fühlbar besser, sodass die OCS-Dosis reduziert werden konnte. Grundsätzlich, konstatierte Lommatzsch, sollten Patienten eine OCS-Reduktion niemals alleine durchführen; dies müsse klar in der Hand des behandelnden Arztes liegen.

Abschließend stellte Professor Buhl das neue Antikörper-Modul des german-asthma-net e. V. vor, dass zukünftig parallel zum seit 2011 bestehenden Register ‘schweres Asthma’ laufen werde. Hier sei es ganz einfach möglich, so Buhl, auf Basis weniger Parameter die Maske auszufüllen und eine Einschätzung zu erhalten, ob der Patient für eine Biologika-Therapie geeignet sei. Praktischerweise ließen sich die Daten für die eigene Ablage in ein PDF-Dokument speichern. Eine entsprechende Evaluation erfolge jeweils nach vier und nach sechs Monaten. Zudem sei es auch möglich, die Biologika-Daten in das Register einfließen zu lassen.

Eine Vielzahl weiterer Sessions ermöglichte es den Teilnehmern, sich neben dem Aspekt schweres Asthma auch detailliert über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Trends bei COPD und in der Infektiologie zu informieren. Zusätzlich dazu bildeten Studiendaten aus der Allergologie, neue Therapieansätze bei nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (Non-Small Cell Lung Cancer [NSCLC]), bildgebende Diagnostik der Zukunft und neue Verfahren in der pulmonalen Rehabilitation die Grundlage vieler Konversationen. Das breite Angebot an Themen des AfP Highlight-Symposiums erlaube es, sich gleichzeitig auf mehreren Gebieten weiterzubilden und so den eigenen Horizont zu erweitern, so das Fazit eines Teilnehmers. Dies sei besonders wichtig, um neue, frische Impulse für die tägliche Praxis mitzunehmen – hierbei würden insbesondere die Kasuistiken helfen.

Für das kommende Jahr ist die Fortführung dieses erfolgreichen AfP-Fortbildungsformates vorgesehen: Mit gleichbleibender Themendichte aber voraussichtlich zu einem anderen Zeitpunkt des Jahres.

 

Pressekontakt:
Kristin Brinkert, PR-Managerin, AstraZeneca GmbH
Tel.: +49-4103-708-3809, kristin.brinkert@astrazeneca.com

 

Weitere Informationen

AstraZeneca als starker Partner in der Atemwegstherapie
AstraZeneca engagiert sich seit fast 40 Jahren im Bereich Asthma und COPD – zwei der wichtigsten Forschungs- und Therapiegebiete des Unternehmens. Ziel ist es, den Behandlungserfolg bei Patienten, für die mit den bisher bestehenden Therapieoptionen keine ausreichende Krankheitskontrolle erreicht werden kann, zu verbessern. Daher entwickelt AstraZeneca inhalative Therapien und Prinzipien weiter und erforscht zusätzlich neue biologische Ansätze, um zielgerichtete Therapien für Patienten anbieten zu können. AstraZeneca verfügt bereits heute über eines der stärksten respiratorischen Portfolios. Um Synergien zum Wohl des Patienten zu nutzen und Therapieoptionen zu verbessern, geht AstraZeneca seit vielen Jahren über die eigenen Forschungs- und Fortbildungsaktivitäten hinaus Partnerschaften mit Unternehmen und Instituten wie Pearl Therapeutics, Sofotec und Medimmune ein.

Außerdem fördert AstraZeneca mit Initiativen wie z. B. der Akademie für Pneumologen (AfP) den wissenschaftlichen Austausch unter Ärzten sowie die Optimierung der therapeutischen Rahmenbedingungen. Das neue Fortbildungsformat AfP PRECISION unterstützt Pneumologen seit Herbst 2017 vor allem bei Aspekten rund um schweres Asthma und zielgerichtete Therapieansätze in der Praxis. Weitere Informationen zur Produktpipeline von AstraZeneca finden Sie unter https://www.astrazeneca.com/our-focus-areas/respiratory.html.

 

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