Weiterer Meilenstein in der Therapie des schweren Asthmas erreicht: Fasenra® erhält Zusatznutzen

G-BA Nutzenbewertung abgeschlossen

Wedel, 3. August 2018. Dem IL-5-Rezeptor-Antikörper Fasenra® (Benralizumab) wurde am 2. August durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einstimmig ein geringer Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie* (zVT) attestiert.1 Dieser bezieht sich auf die Subgruppe von erwachsenen Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma, bei denen die Erkrankung trotz hochdosierter inhalativer Kortikosteroide (ICS) plus langwirksamer Beta-Agonisten (LABA) unzureichend kontrolliert ist und für die die weiteren Möglichkeiten der Therapieeskalation bereits ausgeschöpft sind. „Wir haben viel in die Biologika-Forschung investiert, um Patienten mit schwerem Asthma zielgerichtet und langfristig zu helfen“, so Dr. Julia Büchner, Vice President Pricing and Market Access bei AstraZeneca Deutschland. „Umso erfreulicher ist es daher, dass der G-BA den Zusatznutzen von Benralizumab abschließend anerkennt, den Paradigmenwechsel in der Therapie des schweren Asthmas mitträgt und innovativen Therapien wie Fasenra den entsprechenden Stellenwert zuspricht“, so Büchner weiter.

Fasenra® hat im Januar 2018 die EU-Zulassung als Add-on-Erhaltungstherapie für erwachsene Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma, das trotz hochdosierter inhalativer Kortikosteroide (ICS) plus langwirksamer Beta-Agonisten (LABA) unzureichend kontrolliert ist, erhalten.2 „Der G-BA bestätigt uns mit dem Beschluss zum Zusatznutzen genau das, was uns die Ärzte, die Benralizumab bereits in der Praxis einsetzen, widerspiegeln: Für Patienten die bisher auf eine Erhaltungstherapie mit OCS angewiesen waren, ermöglicht Benralizumab eine Reduktion ihrer täglichen OCS-Dosis oder sogar ein komplettes Absetzen und trägt damit zur Vermeidung von schweren Nebenwirkungen bei, mit denen die OCS-Erhaltungstherapie assoziiert ist. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Therapie mit Benralizumab außerdem eine Reduktion der jährlichen Exazerbationsrate und eine Verbesserung von Asthmakontrolle und Symptomatik bewirkt“, so Dr. Kai Richter, Vice President Medical bei AstraZeneca Deutschland: „OCS sollten immer mit Bedacht eingesetzt werden, da selbst eine kurzzeitige oder niedrig dosierte Therapie schwerwiegende Folgen haben kann.“

Laut ‘S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma’ soll eine OCS-Erhaltungstherapie aufgrund des hohen Nebenwirkungspotenzials nur dann eingesetzt werden, wenn Biologika nicht indiziert sind oder nicht ausreichend wirken.3 Der Einsatz einer intensiven und chronischen OCS-Erhaltungstherapie wird daher in nationalen und internationalen Leitlinien als kritisch bewertet.3,4 Auch der G-BA stuft OCS als eine nicht zu präferierende Therapieoption ein.5 Mit Fasenra® besteht eine Therapieform bei schwerem Asthma, durch die eine Verringerung der OCS-Dosis oder gar das vollständige Absetzen von OCS ermöglicht werden kann.6

Gemäß der aktuellen GINA-Leitlinie besteht das Ziel der Asthma-Therapie in einer möglichst umfassenden Asthmakontrolle, die sich aus der Symptomkontrolle und der Vermeidung von langfristigen Risiken, darunter auch die Minimierung medikamentenassoziierter Nebenwirkungen, zusammensetzt.4 Beide Voraussetzungen erfüllt Benralizumab gleichermaßen: In den zur Bewertung eingereichten Teilpopulationen†,5 zeigt das Biologikum nicht nur eine signifikante Reduktion der jährlichen Exazerbationsrate um 52 - 72 %, sondern auch eine signifikante Reduktion der prozentualen medianen täglichen OCS-Dosis zum Behandlungsende (75 % vs. 25 % im Placeboarm), sowie einen signifikant höheren Anteil an Patienten, die eine 100%ige Reduktion der täglichen OCS-Dosis erreichten (52 % vs. 19 %‡ im Placeboarm).7 Zudem wies Benralizumab in den drei Phase-III-Studien SIROCCO8, CALIMA9 und ZONDA6 ein gutes Verträglichkeitsprofil auf: Die Inzidenz und Art der unerwünschten und schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse in Bezug auf die Add-on-Erhaltungstherapie waren ähnlich denen im Placeboarm. „Der Bedarf an neuen Therapien, die neben der Sicherstellung der Asthmakontrolle auch den OCS-Einsatz reduzieren können, ist hoch. Aus diesem Grund ist es bedauerlich, dass der G-BA die guten Daten zur Reduktion von Exazerbationen nicht ebenfalls für die Definition des Zusatznutzens berücksichtigt hat”, resümierte Büchner.

Aufgrund der überlegenen Wirksamkeit von Benralizumab gegenüber der zVT kann somit ein zielgerichtetes Asthmamanagement bei erwachsenen Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma, das trotz hochdosierter ICS plus LABA unzureichend kontrolliert ist, ermöglicht werden. Der G-BA-Beschluss ist aus Sicht von AstraZeneca ein weiterer Schritt in Richtung patientenindividueller Therapielösungen bei schwerem Asthma und zugleich ein Wegweiser im Hinblick auf den Stellenwert von Biologika und den nachrangigen Einsatz von OCS. Im nächsten Schritt folgen nun die Preisverhandlungen zwischen AstraZeneca und dem GKV-Spitzenverband.

Pressekontakt:
Kristin Brinkert, PR-Managerin, AstraZeneca GmbH
Tel.: +49-4103-708-3809, kristin.brinkert@astrazeneca.com

Weitere Informationen

Über Benralizumab
Benralizumab ist ein anti-eosinophiler, humanisierter, afucosylierter, monoklonaler Antikörper (IgG1, kappa). Dieser bindet mit hoher Affinität und Spezifität an die Alpha-Untereinheit des menschlichen Interleukin-5-Rezeptors (IL-5Rα). Der IL-5-Rezeptor wird spezifisch auf der Oberfläche von Eosinophilen und Basophilen exprimiert. Das Fehlen von Fucose im Fc-Bereich von Benralizumab führt zu einer hohen Affinität von Benralizumab zu FcγRIII-Rezeptoren auf Immuneffektorzellen, wie z. B. natürlichen Killerzellen (NK-Zellen). Dies führt durch eine verstärkte antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (antibody-dependent cellmediated cytotoxicity, ADCC) zur Apoptose von Eosinophilen und Basophilen, wodurch die eosinophile Entzündung reduziert wird.2

Bei dieser Apoptose der Eosinophilen werden keine toxischen Mediatoren freigesetzt, wie z. B. eosinophiles kationisches Protein (ECP) oder Eosinophil-derived Neurotoxin (EDN).8,9,10,11 Die Behandlung mit Benralizumab führt innerhalb von 24 Stunden nach der ersten Dosis zu einer nahezu vollständigen Depletion der Eosinophilen im Blut, welche über die gesamte Behandlungsperiode erhalten wird.2 Die Depletion der Eosinophilen im Blut geht einher mit einer Reduktion der eosinophilen Granula-Proteine im Serum, des Eosinophil-derived Neurotoxins (EDN) und des eosinophilen kationischen Proteins (ECP), sowie einer Reduktion der Basophilen im Blut.6 In Atemwegs-, Sputum- und Knochenmarkproben wurde ebenfalls eine fast vollständige Depletion in diesen relevanten Geweben nachgewiesen.8,9,12,13,14,15 Die Depletion der Eosinophilen ist nach dem Absetzen der Behandlung mit Benralizumab reversibel.16

AstraZeneca als starker Partner in der Atemwegstherapie
AstraZeneca engagiert sich seit fast 40 Jahren im Bereich Asthma und COPD – zwei der wichtigsten Forschungs- und Therapiegebiete des Unternehmens. Ziel ist es, den Behandlungserfolg bei Patienten, für die mit den bisher bestehenden Therapieoptionen keine ausreichende Krankheitskontrolle erreicht werden kann, zu verbessern. Daher entwickelt AstraZeneca inhalative Therapien und Prinzipien weiter und erforscht zusätzlich neue biologische Ansätze, um zielgerichtete Therapien für Patienten anbieten zu können. AstraZeneca verfügt bereits heute über eines der stärksten respiratorischen Portfolios. Um Synergien zum Wohl des Patienten zu nutzen und Therapieoptionen zu verbessern, geht AstraZeneca seit vielen Jahren über die eigenen Forschungs- und Fortbildungsaktivitäten hinaus Partnerschaften mit Unternehmen und Instituten wie Pearl Therapeutics, Sofotec und Medimmune ein.

Außerdem fördert AstraZeneca mit Initiativen wie z. B. der Akademie für Pneumologen (AfP) den wissenschaftlichen Austausch unter Ärzten sowie die Optimierung der therapeutischen Rahmenbedingungen. Das neue Fortbildungsformat AfP PRECISION unterstützt Pneumologen seit Herbst 2017 vor allem bei Aspekten rund um schweres Asthma und zielgerichtete Therapieansätze in der Praxis. Weitere Informationen zur Produktpipeline von AstraZeneca finden Sie unter https://www.astrazeneca.com/our-focus-areas/respiratory.html.

Über AstraZeneca
Die AstraZeneca GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von rund 22,5 Milliarden USD (2017) weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Stoffwechsel, Onkologie sowie Atemwegserkrankungen. Neben diesen Kerntherapiegebieten forscht AstraZeneca ebenfalls in den Bereichen Autoimmunerkrankungen, Neurowissenschaften und Infektionen. Weitere Informationen finden Sie auf www.astrazeneca.de.


Referenzen

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss, Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Online verfügbar unter https://www.g-ba.de/downloads/39-261-3436/2018-08-02_AM-RL-XII_Benralizumab_D-341.pdf [letzter Zugriff 02.08.2018].
  2. Fachinformation Fasenra®, Stand Januar 2018.
  3. S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma, publiziert bei AWMF online (020-009). Online verfügbar unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-009l_S2k_Asthma_Diagnostik_Therapie_2017-11_1.pdf (letzter Zugriff 02.08.2018).
  4. Global Initiative for Asthma, GINA Report. Global Strategy for Asthma Management and Prevention. Updated 2018. Online verfügbar unter: https://ginasthma.org/2018-gina-report-global-strategy-for-asthma-management-and-prevention/ (letzter Zugriff 02.08.2018).
  5. Gemeinsamer Bundesausschuss, Tragende Gründe zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII – Beschlüsse über die Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V – Benralizumab. Online verfügbar unter https://www.g-ba.de/downloads/40-268-5169/2018-08-02_AM-RL-XII_Benralizumab_D-341_TrG.pdf (letzter Zugriff 02.08.2018).
  6. Nair P et al. N Engl J Med 2017;376:2448-2458.
  7. Dossier zum Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Benralizumab (Modul 1-4). Online verfügbar unter https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/347/#tab/dossier (letzter Zugriff 02.08.2018).
  8. Bleecker ER et al. Lancet 2016;388:2115-2127.
  9. FitzGerald JM et al. Lancet 2016;388:2128-2141.
  10. Kolbeck R et al. J Allergy Clin Immunol 2010;125:1344-1353.
  11. Busse WW et al. Interleukin-5 receptor-directed strategies. In: Lee JJ, Rosenberg HF, eds. 1st ed. Eosinophils in Health and Disease. London: Elsevier; 2013:587-591.
  12. Laviolette M et al. J Allergy Clin Immunol 2013;132:1086-1096.
  13. Pham TH et al. Respir Med 2016;111:21-29.
  14. Busse WW et al. J Allergy Clin Immunol 2010;125:1237-1244.
  15. Supplement zu Nair P et al. N Engl J Med. 2017;376:2448-2458.
  16. Castro MC et al. Lancet Respir Med 2014;2:879-890.

DE-15768/18