Neue Internationale Atemwegs-Koalition für eine verbesserte Versorgung von PatientInnen mit respiratorischen Erkrankungen

COVID-19-Pandemie und ihre Folgen unterstreichen dringenden Bedarf an nationalen Atemwegsstrategien

Wedel, 24.09.2021. Durch COVID-19 sind Atemwegserkrankungen stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Gleichzeitig hat die Pandemie offengelegt, wie groß das Optimierungspotential bei der Versorgung dieser Krankheiten ist. Um dem zu begegnen, haben die European Respiratory Society (ERS), die Global Allergy and Airways Patient Platform (GAAPP), AstraZeneca, Amgen und führende AtemwegsmedizinerInnen die International Respiratory Coalition (Internationale Atemwegs-Koalition) ins Leben gerufen. Ziel der Koalition ist es, durch eine bessere Versorgung im Bereich Pneumologie Regierungen und Gesundheitssysteme bei der Aufarbeitung der COVID-19-Pandemie zu unterstützen. Mithilfe neuer nationaler Atemwegsstrategien und dem Aufbau belastbarer Systeme für die Bewältigung von Pandemien sollen zukünftig die Therapie-Ergebnisse für PatientInnen verbessert werden. In Deutschland arbeitet AstraZeneca gemeinsam mit ExpertInnen und PatientenvertreterInnen daran, neue Versorgungsstrukturen zu etablieren. Mitglied der Koalition können alle Organisationen und Einzelpersonen aus dem Bereich Atemwegserkrankungen und -versorgung werden, die deren Ziele teilen.

Weltweit leben nahezu 600 Millionen Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Bronchiektasen und vielen weiteren seltenen und schweren respiratorischen Krankheiten.1 Etwa vier Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr werden auf chronische Atemwegserkrankungen zurückgeführt.2 Bereits vor der Pandemie waren die Fortschritte bei der Versorgung dieser Erkrankungen schleppend. In einigen Ländern stagnierte sie in den vergangenen zehn Jahren sogar.3 Auch in Deutschland besteht Optimierungspotenzial. Hierzulande leiden beispielsweise etwa 7 Millionen Menschen an COPD – Tendenz steigend4. Zwei Drittel dieser PatientInnen erhalten jedoch trotz Diagnose keine medikamentöse Dauertherapie.5

COVID-19-Pandemie verdeutlicht Versorgungslücken im Atemwegsbereich Bei einer COVID-19-Infektion haben einige PatientInnengruppen mit chronischen Atemwegserkrankungen ein höheres Risiko für eine Krankenhauseinweisung.6,7 Ein weiteres Problem: Pandemiebedingt erlebten viele PatientInnen mit chronischen Atemwegserkrankungen Unterbrechungen ihrer Versorgung bzw. ein Absinken der Versorgungsqualität.8 Das zeigt, dass es neue Ansätze braucht, um respiratorische PatientInnen zu betreuen, Krankenhauseinweisungen zu reduzieren und letztlich so den Druck auf die Gesundheitssysteme zu verringern.9

„Die COVID-19-Pandemie hat verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit und zeigt Lücken in der Atemwegsversorgung auf, die dringend behoben werden müssen“, so Marc Humbert, Professor für Atemwegsmedizin an der Universität Paris-Saclay, Direktor der Abteilung für Atemwegserkrankungen und Intensivmedizin am Hôpital BicêtreParis, stellvertretender Koordinator des europäischen Referenznetzes ERN-LUNG und künftiger Präsident der ERS. „Die European Respiratory Society freut sich, Gründungsmitglied der International Respiratory Coalition zu sein. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass eine bessere Versorgung von PatientInnen mit Atemwegserkrankungen ein zentraler Bestandteil in Plänen von Regierungen und Gesundheitssystemen ist.”

Neue Versorgungsstrategien auch auf nationaler Ebene
„Leider verfügen nur wenige Länder über nationale Strategien zur besseren Behandlung von Atemwegserkrankungen. Dazu gehört auch die Unterstützung von PatientInnen bei ihrer Krankheitskontrolle und die Verbesserung von Therapieergebnissen,“ ergänzt Tonya Winders, Präsidentin der GAAPP. „Die International Respiratory Coalition wird im kommenden Jahr eine entscheidende Rolle dabei spielen, die seit langem bestehende Unterpriorisierung chronischer Atemwegserkrankungen in den Gesundheitssystemen anzugehen."

In Deutschland arbeitet AstraZeneca mit führenden ExpertInnen der Pneumologie sowie PatientenvertreterInnen an der Etablierung neuer Versorgungsstrukturen. „Die International Respiratory Coalition bietet dazu eine wichtige Grundlage, mit dem Ziel die Morbidität und Mortalität bei Atemwegserkrankungen zu senken und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme zu stärken“, so Julia Büchner, Vice President Pricing & Market Access bei AstraZeneca Deutschland. „AstraZeneca engagiert sich seit mehr als 50 Jahren für die Förderung der Atemwegswissenschaft und der Patientenversorgung. Deshalb freuen wir uns, einen Beitrag zu dieser wichtigen Initiative leisten zu können, um PatientInnen zu unterstützen, die heute unterversorgt sind."

 

Pressekontakt:
Sabine Reinstädler, Leitung PR & Kommunikation, AstraZeneca GmbH
Tel.: +49-4103-708-3594, sabine.reinstadler@astrazeneca.com

 

Weitere Informationen

Über Chronische Atemwegserkrankungen
Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD, Bronchiektasen und andere sind eine erhebliche und wachsende Belastung für den Einzelnen, die Gesellschaft und die Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt.2 Weltweit leben etwa 600 Millionen Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen.1 Diese Zahl wird jedoch unterschätzt, da viele Menschen nicht diagnostiziert werden.8 In den vergangenen Jahrzehnten hat die Belastung durch Atemwegserkrankungen aufgrund gesundheitlicher Ungleichheiten, Umweltfaktoren und einer wachsenden und alternden Bevölkerung zugenommen, was die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme gegenüber externen Herausforderungen gefährdet.8

Über die International Respiratory Coalition
Die International Respiratory Coalition wurde gegründet, um die bestehenden Herausforderungen bei der Gesundheitsversorgung im Bereich der Atemwegserkrankungen anzugehen. Diese wurde durch das Auftreten von COVID-19 noch verschärft. Daher will die Koalition erreichen, dass Regierungen und nationale Gesundheitssysteme der Reform der Atemwegsversorgung Priorität einräumen. Sie wird einen kooperativen Ansatz mit mehreren Interessengruppen umsetzen, um mit den Regierungen zusammenzuarbeiten und nationale Strategien für die Atemwegserkrankungen zu entwickeln oder zu verbessern.

Die International Respiratory Coalition wird von der European Respiratory Society koordiniert, in Partnerschaft mit der Global Allergy & Airways Patient Platform, AstraZeneca, Amgen und anderen Organisationen, die ein Interesse an der Gesundheit der Atemwege haben. Jeder Partner stellt finanzielle Mittel oder Zeit und Fachwissen zur Verfügung, um die Ziele der Koalition auf globaler oder nationaler Ebene zu erreichen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.ersnet.org/.

AstraZeneca als starker Partner in der Atemwegstherapie
AstraZeneca engagiert sich seit 40 Jahren im Bereich Asthma und COPD – zwei der wichtigsten Forschungs- und Therapiegebiete des Unternehmens. Ziel ist es, den Behandlungserfolg bei PatientInnen, für die mit den bisher bestehenden Therapieoptionen keine ausreichende Krankheitskontrolle erreicht werden kann, zu verbessern. Daher entwickelt AstraZeneca inhalative Therapien und Technologien weiter und erforscht zusätzlich neue biologische Ansätze, um zielgerichtete Therapien für PatientInnen anbieten zu können. AstraZeneca verfügt bereits heute über eines der stärksten respiratorischen Portfolios. Um Synergien zum Wohl des PatientInnen zu nutzen und Therapieoptionen zu verbessern, geht AstraZeneca seit vielen Jahren über die eigenen Forschungs- und Fortbildungsaktivitäten hinaus Partnerschaften mit Unternehmen und Instituten wie Pearl Therapeutics, Sofotec und Medimmune ein.

Außerdem fördert AstraZeneca mit Initiativen wie z. B. der Akademie für Pneumologen (AfP) den wissenschaftlichen Austausch unter Ärzten sowie die Optimierung der therapeutischen Rahmenbedingungen. Das neue Fortbildungsformat AfP PRECISION unterstützt Pneumologen seit Herbst 2017 vor allem bei Aspekten rund um schweres Asthma und zielgerichtete Therapieansätze in der Praxis. Weitere Informationen zur Produktpipeline von AstraZeneca finden Sie unter https://www.astrazeneca.com/our-focus-areas/respiratory.html

AstraZeneca
Die AstraZeneca GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC. AstraZeneca (LSE/STO/Nasdaq: AZN) ist ein globales, wissenschaftsorientiertes biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen Medikamenten in den Bereichen Onkologie, seltene Krankheiten und Biopharmazeutika, einschließlich Herz-Kreislauf, Nieren und Stoffwechsel sowie Atemwege und Immunologie, konzentriert. AstraZeneca mit Sitz in Cambridge, Großbritannien, ist in über 100 Ländern tätig. Die innovativen Medikamente des Unternehmens werden von Millionen von PatientInnen weltweit eingesetzt. Weitere Informationen auf astrazeneca.de.


Referenzen

  1. GBD Chronic Respiratory Disease Collaborators. Prevalence and attributable health burden of chronic respiratory diseases, 1990-2017: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2017. Lancet Respir Med, 2020 Jun;8(6):585-596
  2. Forum of International Respiratory Societies. The Global Impact of Respiratory Disease – Second Edition. Sheffield, European Respiratory Society, 2017. Online verfügbar unter: https://www.who.int/gard/publications/The_Global_Impact_of_Respiratory_Disease.pdf. Accessed July 2021.
  3. Commissions from the Lancet journals. After asthma: redefining airways diseases. After asthma: redefining airways diseases (thelancet.com). 12 September 2017. Online verfügbar unter: https://www.thelancet.com/commissions/asthma.
  4. Pritzkuleit R et al. Pneumologie. 2010;64:535-540
  5. Vogelmeier CF et al. Int J COPD 2021; 16: 2407-2417.
  6. Gerayeli FV, et al. COPD and the risk of poor outcomes in COVID-19: A systematic review and meta-analysis. EClinicalMedicine. 2021; 33: 100789.
  7. Huang BZ, et al. Asthma Disease Status, COPD, and COVID-19 Severity in a Large Multiethnic Population. J Allergy Clin Immunol Pract. 2021. https://doi.org/10.1016/j.jaip.2021.07.030
  8. World Health Organisation. COVID-19 and NCDs. Online verfügbar unter: https://cdn.who.int/media/docs/default-source/ncds/ncd-covid-19/for-web---rapid-assessment---29-may-2020-(cleared)_125bf384-9333-40c9-aab2-c0ecafb76ab2.pdf?sfvrsn=6296324c_20. Accessed August 2021.
  9. AstraZeneca. A Blueprint for Change. Online verfügbar unter: http://www3.weforum.org/docs/WEF_Blueprint_for_change_Chronic_airway_disease.pdf. Accessed August 2021

DE-38870/21