Beschwerden, Kortison und Biologika: Das Wissen der Deutschen bei Asthma ist ausbaufähig


Bundesweite Umfrage zu schwerem Asthma

Wedel, 08.03.2021. Eine aktuelle bundesweite, repräsentative Umfrage1 zeigt, dass die Deutschen noch mehr über Asthma-Erkrankungen, insbesondere schweres Asthma lernen können. So verbindet die Mehrheit der Befragten die Erkrankung vor allem mit Atemnot. Andere damit einhergehende Belastungen und Einschränkungen der Lebensqualität sind dagegen kaum bekannt. Den meisten Befragten ist bewusst, dass der häufige Einsatz von Kortison-Tabletten bei der Asthmatherapie mit vielen Nebenwirkungen verbunden ist. Individuelle, zielgerichtete Behandlungsalternativen wie Biologika (Antikörpertherapien) sind allerdings noch weitestgehend unbekannt. Insgesamt braucht es eine vermehrte Aufklärung zu dieser unterschätzten Krankheit, um Betroffenen heute und in Zukunft den Weg zu einer individuell passenden Therapie und damit mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Asthma ist den meisten Menschen ein Begriff. Allein in Deutschland leiden 8,35 Millionen Personen an der Volkskrankheit.2 Eine Zahl, die viele unterschätzen, ebenso wie die Belastungen, die mit der Krankheit einhergehen.1 Diese können vielfältig sein und deutlich über die „bekannten“ Symptome Husten und Atemnot bei Belastung hinausgehen. So wachen Patient:innen mit schwerem Asthma häufig nachts wegen ihrer Symptome auf und sind daher tagsüber erschöpft. Zusammen mit den Atemwegsproblemen werden alltägliche Aufgaben wie z. B. Einkaufen gehen zu einer Herausforderung.

Ob diese und andere Dinge in der deutschen Bevölkerung bekannt sind, dem ging eine aktuelle bundesweite repräsentative Umfrage im Auftrag von AstraZeneca nach. Im Rahmen des Projekts „Atemwege gemeinsam gehen“ (AGG) wurden 1.000 Personen befragt. Das Ergebnis: Etwa ein Viertel von ihnen verbindet mit der Erkrankung Luftnot (26 %). Weitere Beschwerden sowie verschiedene Asthmaformen, z. B. das eosinophile Asthma, sind nur wenigen der Umfrageteilnehmenden ein Begriff. Dabei kann solches Wissen helfen, Asthma besser zu verstehen und etwa im Falle einer Erkrankung bei sich selbst oder im Umfeld genauer bei behandelnden Ärzt:innen nachfragen zu können.

Zusätzliche Belastung durch Asthma-Therapie: Wissen zu Kortison-Nebenwirkungen
Gut aufgeklärt waren die Teilnehmenden hingegen beim Wissen zu Behandlungen mit Kortison-Tabletten: 63 % der Befragten wussten, dass die langfristige Kortison-Einnahme zu schweren Nebenwirkungen führen und unter anderem die Ursache von Gewichtszunahme, grauem Star, Diabetes oder Osteoporose sein kann. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen sie bei der Asthma-Therapie nur noch in akuten Ausnahmefällen und kurzzeitig eingesetzt. Für die langfristige Behandlung sehen die Leitlinien bei schwerem Asthma den Einsatz sogenannter Biologika vor. Die Antikörpertherapien sollten laut der Empfehlungen zusätzlich zu bereits genutzten Behandlungen, z. B. bronchienerweiternden Medikamenten zum Inhalieren, erfolgen. Biologika wirken gezielt, indem sie bestimmte Prozesse im Körper beeinflussen. Im Falle des eosinophilen Asthmas reduzieren sie z. B. die eosinophilen Granulozyten, eine bestimmte Form weißer Blutkörperchen, die in zu hoher Zahl Entzündungen verursachen können. Obwohl Biologika inzwischen bei vielen Erkrankungen zum Einsatz kommen, scheinen sie nach wie vor recht unbekannt zu sein: So ordneten nur 8 % der Befragten den Begriff Biologikum richtig ein. Die überwiegende Mehrheit kannte ihn nicht oder brachte ihn mit natürlicher Wirksamkeit oder Beschaffenheit in Verbindung.

Sport bei Asthma – geht das? Ja!
Was das Wissen um Bewegung bei Asthma angeht, zeigten sich die Befragten sehr gut informiert: Dass Sport ein dringend empfohlener Bestandteil der Asthma-Therapie ist, vermuteten 84 % der Befragten richtig. Um mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, haben sich Lungenfachärzt:innen, Sportwissenschaftler:innen und Patient:innen zusammengeschlossen. Gemeinsam riefen sie das Projekt „Atemwege gemeinsam gehen – Motivation für Menschen mit schwerem Asthma“ (kurz AGG) ins Leben. Das Ziel: Zeigen, dass auch mit schwerem Asthma dank einer individuellen Therapie, fachärztlicher Begleitung und körperlicher Aktivität eine normale Teilhabe am Leben möglich ist. Kernstück ist ein von Expert:innen in Kooperation mit AstraZeneca entwickeltes Trainingsprogramm. Als sportliche Botschafterin gibt die ehemalige Olympiasiegerin Heike Drechsler wertvolle Trainingstipps und demonstriert und erklärt in der projekteigenen App alle Übungen im Detail (kostenlos im Google Playstore und Apple App Store). Die Teilnehmenden selbst dienen als Vorbilder für andere Betroffene.

Pressekontakt:
Sabine Reinstädler, Leitung PR & Kommunikation, AstraZeneca GmbH
Tel.: +49-4103-708-3594, sabine.reinstadler@astrazeneca.com

 

Weitere Informationen

Über schweres Asthma
Asthma betrifft weltweit etwa 339 Millionen Menschen.3,4 Bis zu 10 % der AsthmapatientInnen haben schweres Asthma, das trotz hoher Dosen von Standard-Asthma-Controller-Medikamenten unkontrolliert sein und den dauerhaften Einsatz von oralen Cortikosteroiden (OCS) erfordern kann.5,6,7 Schweres, unkontrolliertes Asthma kann bei PatientInnen mit häufigen Exazerbationen und erheblichen Einschränkungen der Lungenfunktion und Lebensqualität tödlich sein.3,5,8,9 Schweres, unkontrolliertes Asthma hat ein höheres Sterberisiko als schweres Asthma.5

Die aktuelle Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma empfiehlt eine Langzeittherapie mit OCS bei Erwachsenen mit schwerem Asthma (Stufe 5) nur, wenn die Asthma-Kontrolle trotz des kombinierten Einsatzes der verschiedenen Therapieoptionen der vorherigen Stufe sowie zusätzlicher monoklonaler Antikörper (sofern indiziert und wirksam) unzureichend ist.5 Folglich sollte eine Dauertherapie mit OCS lediglich in Ausnahmefällen erfolgen. Die systemische Steroidexposition kann – auch in niedrigen Dosierungen – zu kurz- und langfristigen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Diabetes, Osteoporose, Glaukom, Angst, Depression, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Immunsuppression führen.10,11,12,13 Es existiert eine erhebliche physische und sozioökonomische Belastung durch schweres, unkontrolliertes Asthma, denn diese PatientInnen verursachen 50 % der asthmabedingten Kosten, obwohl sie nur 10 % der Asthmapopulation darstellen.4,14

Zu den klinischen Merkmalen, die mit einem eosinophilen Phänotyp verbunden sind und als Prädiktoren für eine verbesserte Wirksamkeit einer zielgerichteten Therapie des schweren eosinophilen Asthmas dienen können, gehören: eine erhöhte Bluteosinophilenzahl, eine Vorgeschichte mit häufigeren Exazerbationen, eine OCS-Erhaltungstherapie und eine Vorgeschichte mit Nasenpolypen.15,16

AstraZeneca
Die AstraZeneca GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharma-unternehmens AstraZeneca PLC. AstraZeneca (LSE/STO/Nasdaq: AZN) ist ein globales, wissenschaftsorientiertes biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen Medikamenten konzentriert, hauptsächlich zur Behandlung von Krankheiten in drei Therapiebereichen: Onkologie, Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie Atemwege und Immunologie. AstraZeneca mit Sitz in Cambridge, Großbritannien, ist in über 100 Ländern tätig und seine innovativen Medikamente werden von Millionen von PatientInnen weltweit eingesetzt. Weitere Informationen auf astrazeneca.de.


Referenzen

  1. The Lifesight-Company Umfrage Auswertung. Im Auftrag von MCG für AstraZeneca, Bremen, Juni 2021
  2. Xcenda GmbH (Xcenda). Analyse der Prävelenz und Inzidenz von Patienten mit schwerem Asthma anhand von GKV-Routinedaten zur Unterstützung des Modul 3 einer frühen Nutzenbewertung nach § 35a SGB V. Xcenda GmbH. 2017; 5.
  3. Worth H et al. Pneumologie 2021;75:44-56.
  4. Chanez P, Humbert M. Eur Respir Rev 2014;23:405-407.
  5. Chung KF et al. Eur Respir J 2014;43:343-373.
  6. Wenzel SE. Am J Respir Crit Care Med 2005;172:149-160.
  7. Peters SP et al. Respir Med 2006;100(7):1139-1151.
  8. Zhang JY und Wenzel SE. Immunol Allergy Clin North Am 2007;27:623-632.
  9. Fernandes AG et al. J Bras Pneumol 2014;40(4):364-372.
  10. Sweeney J et al. Thorax 2016;71:339-346.
  11. Hyland ME et al. Qual Life Res 2016;24:631-639.
  12. Hyland ME et al. Qual Life Res 2015;24:631-619.
  13. Zeiger RS et al. J Allergy Clin Immunol Pract 2017;5:1050-1060.
  14. World Allergy Organization (WAO). The management of severe asthma: economic analysis of the cost of treatments for severe asthma. Online verfügbar unter: https://www.worldallergy.org/educational_programs/world_allergy_forum/anaheim2005/blaiss.php (letzter Zugriff: 02.11.2021).
  15. de Groot JC et al. ERJ Open Res 2015;1:00024-2015.
  16. FitzGerald MJ et al. Lancet Respir Med 2017;DOI: http://dx.doi.org/10.1016/ S2213-2600(17)30344-2.

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