Asthma
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Asthma bronchiale, kurz Asthma, ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit einer Überempfindlichkeit der Bronchien gegenüber verschiedenen Reizen einhergeht. Die Entzündung der Atemwege kann zu einer Verengung der Bronchien führen und Symptome wie anfallsartige Luftnot, Engegefühl in der Brust, pfeifende Atmung oder Husten verursachen. Die Beschwerden sowie die typische Verengung der Bronchien sind häufig von Umgebungsfaktoren abhängig, etwa dem Kontakt mit Allergenen, der Jahres- oder Tageszeit, Infekten oder körperlicher Anstrengung.
Asthma zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen: So wurde für das Jahr 2019 die Zahl der Betroffenen weltweit auf rund 300 Millionen geschätzt.1 In Deutschland sind es etwa 6,7 Millionen, mit steigender Tendenz.2 Mit einer Erkrankungsrate von 9,1 % sind Frauen etwas häufiger betroffen als Männer mit 7,0 %.3
Trotz des wachsenden wissenschaftlichen Verständnisses und der Behandlungsfortschritte in den vergangenen zwei Jahrzehnten besteht weiterhin Potenzial, die Versorgung zu verbessern, insbesondere für Patient:innen mit unbekannten, unklaren oder multiplen Entzündungsauslösern. Daher arbeiten die Wissenschaftler:innen bei AstraZeneca daran, die Erkenntnisse über die Ursachen und biologischen Mechanismen von Asthma weiter auszubauen und voranzutreiben.
Risikofaktoren für Asthma
Es gibt einige Risikofaktoren, die eine Asthma-Erkrankung begünstigen. Auslöser können eine genetische Disposition, Allergene wie Pollen oder umweltbedingte Faktoren (z. B. Rauchen, Chemikalien) sein.4 Vor allem bei Kindern ist eine genetische Neigung zu Allergien der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Asthma. Allerdings ist das genaue Zusammenspiel zwischen dieser Disposition und weiteren zu Entzündungen der Atemwege führenden Faktoren, die in den ersten Lebensjahren dazukommen, erst in Ansätzen geklärt. Zu diesen Faktoren gehören zum Beispiel die Ernährung, belastende Reizstoffe und häufige Infekte.4
Die verschiedenen Asthmaformen
Asthma ist eine heterogene Errkankung mit mehreren Formen. Eine davon ist das allergische Asthma, bei dem es zu einer allergischen Reaktion der Atemwege auf eigentlich ungefährliche Stoffe (beispielsweise Tierhaare oder Blütenpollen) kommt. Der Körper bildet dabei sogenannte Immunglobuline vom Typ E (IgE), die die Ausschüttung der allergieauslösenden Botenstoffe bewirken und so Allergie- und Asthmasymptome auslösen. Die Diagnose hierfür erfolgt mit einem Allergietest (Prick-Hauttest und/oder Bestimmung des Gesamt-IgE im Blut). Auslöser eines nicht-allergischen (oder auch intrinsischen) Asthmas sind Infektionen der Atemwege.5 Liegt einem Asthma eine Überproduktion bestimmter weißer Blutkörperchen (eosinophiler Granulozyten) zugrunde, die eine Entzündung der Atemwegsschleimhaut verursachen, sprechen Mediziner:innen vom sogenannten eosinophilen Asthma. Dieses ist oft gekennzeichnet durch ein spätes Auftreten (im Erwachsenenalter), häufige Verschlechterung der Symptome (Exazerbationen), schlechte Lungenfunktion und chronische Entzündung der Nasen- und Nebenhöhlenschleimhaut.6
Die Antikörpertherapie bei schwerem Asthma
Schweres Asthma kann sich aus den verschiedenen Asthmaformen wie dem eosinophilen Asthma oder allergischen Asthma entwickeln. Das Asthma ist dabei trotz hochdosierten Kortikosteroiden und Langzeitmedikamenten unkontrolliert, sodass weitere Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Patient:innen sollten für die weitere Therapieentscheidung an in der Behandlung von schwerem Asthma erfahrene Pneumolog:innen überwiesen werden. Als medikamentöse Therapieoption können sogenannte Biologika zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um Antikörper, die spezielle Zellen und Botenstoffe im Immunsystem regulieren, die für die Entzündung der Atemwege verantwortlich sind. Die Antikörper werden regelmäßig unter die Haut injiziert oder intravenös verabreicht. Sie richten sich gezielt gegen die Auslöser der Atemwegsentzündung.5
Im Spotlight
Neue Versorgungsstrategien auch auf nationaler Ebene
In Deutschland arbeitet AstraZeneca gemeinsam mit führenden Expert:innen der Pneumologie sowie Patient:innenvertretungen an der Etablierung neuer Versorgungsstrukturen.
Ca. alle 15 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an COPD – eine Zahl die verdeutlicht, wie groß der Handlungsbedarf ist! Mehr Prävention, frühere Diagnosen und flächendeckende, leitliniengerechte Versorgung könnten das Leben vieler Patient:innen mit COPD und auch Asthma deutlich verbessern und schwere Krankheitsverläufe verhindern. Das Jahrzehnt der Lunge e.V. und die Arbeit der International Respiratory Coalition setzen genau hier an: Sie bündeln Expertise aus Medizin, Wissenschaft, Patient:innenvertretung und Industrie, um Lungenerkrankungen politisch stärker zu priorisieren. Wir bei AstraZeneca sind stolz, als Teil dieser Koalitionen zur Verbesserung der Patient:innenversorgung und zur Widerstandsfähigkeit unseres Gesundheitssystems beizutragen.
Tessa Wolf, Head of Corporate Affairs bei AstraZeneca Deutschland
Neben der medikamentösen Therapie gehört körperliche Aktivität bei Patient:innen mit Asthma zur leitliniengerechten Behandlung.5 Wer sich sportlich betätigt, stärkt das Herz-Kreislauf-System und die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Gemeinsam mit Lungenfachärzt:innen, Sportwissenschaftler:innen und der ehemaligen Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler hat AstraZeneca eine App für Menschen mit Asthma entwickelt, mit der Patent:innen jederzeit und ohne zusätzliche Geräte an ihrer Fitness arbeiten können. Die Deutsche Atemwegsliga e. V. hat die kostenlose App mit dem PneumoDigital-Siegel ausgezeichnet. Diese Auszeichnung bescheinigt pneumologischen Online-Angeboten und Apps einen besonderen Fokus auf Qualität, Vertrauenswürdigkeit und Nutzer:innenfreundlichkeit.
Die App können Sie direkt mit Ihrem Smartphone hier herunterladen:
Patient:innenerfahrung
Ich hatte mein Asthma nicht mehr im Griff. Mein Arzt hat daraufhin einen Bluttest gemacht und ihn auswerten lassen – um zu sehen, ob Eosinophile die Auslöser für meine Erkrankung sein könnten. Außerdem hat er auch einen Allergietest durchgeführt.“
Schweres Asthma: www.mit-asthma-leben.de
Asthma-COPD-Overlap (ACO)
Zur Behandlung von Asthma stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die je nach Grad der Asthma-Kontrolle eingesetzt werden sollten. Wichtig ist dabei auch die Abgrenzung von Asthma gegenüber COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung; chronic obstructive pulmonary disease). Etwa 13 % der Menschen mit Asthma oder COPD weisen Überschneidungen beider Diagnosen auf.7 In einem solchen Fall besteht unter nationalen wie internationalen Expert:innen Einigkeit darüber, die Behandlung an den Empfehlungen für die Asthmatherapie auszurichten.8,9
In Deutschland leben etwa 3,5 Millionen Menschen
mit einem medikamentös behandelten Asthma.10
Achtmal höher
ist die Sterblichkeitsrate bei Patient:innen mit unkontrolliertem schweren Asthma, bei denen inhalative Medikamente nicht mehr ausreichen, im Vergleich zu Patient:innen mit schwerem Asthma.11
Schweres Asthma verursacht 50 %
aller Kosten, die in der Gesundheitsversorgung durch Asthma entstehen.12
Bis zu 84 % der Patient:innen
mit schwerem Asthma haben einen eosinophilen Phänotyp.13
Deutliche Unterschiede in Alter und Geschlecht:
In der Altersgruppe bis 14 Jahre erkranken Jungen mit 5,4 % deutlich häufiger an Asthma als Mädchen mit 1,9 %. Im Erwachsenenalter sind Frauen zwischen 70 und 79 Jahren mit 6,8 % am stärksten betroffen.10
Unser Versprechen
Die neuesten Entwicklungen im Bereich Atemwegserkrankungen und Immunologie bedeuten für uns bei AstraZeneca den Beginn einer neuen Ära mit bislang beispiellosem Potenzial. Unsere Mitarbeitenden arbeiten daran, wissenschaftliche Durchbrüche zu erzielen und das Leben von Menschen mit Asthma, Nasenpolypen, COPD, Lupus und eosinophiler Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA) nachhaltig zu verbessern. Doch unsere Arbeit ist damit nicht getan. Wir folgen weiterhin der Wissenschaft und entwickeln zielgerichtete Inhalationstherapien, innovative biologische Behandlungsmöglichkeiten sowie einzigartige Arzneimittelkombinationen und Geräte, damit Patient:innen die für sie geeignete Behandlung erhalten.
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Referenzen:
- Global Initiative for Asthma. Global strategy for asthma management and prevention. Updated 2026. https://ginasthma.org/wp-content/uploads/2026/05/GINA-2026-Strategy-Report-WMS.pdf; abgerufen am 22.06.2026.
- Gillissen A, Jany B, Randerath W. Weißbuch Lunge 2023. Pneumologische Erkrankungen in Deutschland – Zahlen und Fakten. Fünfte neubearbeitete Auflage. Langenhagen 2023.
- Robert Koch-Institut. Gesundheitsberichterstattung: Asthma: Prävalenz (ab 18 Jahre). https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/Atemwegserkrankungen/AsthmaPraevalenz/asthmaPraevalenz_node.html; abgerufen am 20.04.2026.
- Lungenärzte im Netz. Asthma bronchiale: Risikofaktoren. https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/risikofaktoren; abgerufen am 20.04.2026.
- Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma – Langfassung, 2024, Version 5. https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-002l_S3_Asthma_2024-08.pdf; abgerufen am 22.06.2026.
- de Groot JC, Ten Brinke A, Bel EHD. Management of the patient with eosinophilic asthma: a new era begins. ERJ Open Res 2015;1(1):00024–2015.
- Akmatov MK, Ermakova T, Holstiege J, et al. Überlappung von Asthma und COPD in der ambulanten Versorgung – Analyse anhand vertragsärztlicher Abrechnungsdaten. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi); 2020. https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&uid=113; abgerufen am 21.04.2026.
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) 2026. Auflage Februar 2026 / Version 5.1. AWMF Register: Nr. 020–006. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-006#anmeldung; abgerufen am 21.04.2026.
- Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease. GOLD Report 2026. https://goldcopd.org/wp-content/uploads/2026/01/GOLD-REPORT-2026-v1.3-8Dec2025_WMV2.pdf; abgerufen am 21.04.2026.
- Gesundheitsatlas Deutschland, Asthma bronchiale. Verbreitung in der Bevölkerung Deutschlands und seinen Regionen. Ursachen, Folgen und Präventionsmöglichkeiten. https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Publikationen_Produkte/Buchreihen/Gesundheitsatlas/wido_int_gesundheitsatlas_asthma_1120.pdf; abgerufen am 21.04.2026.
- Fernandes AGO, Souza-Machado C, Coelho RCP, et al. Risk factors for death in patients with severe asthma. J Bras Pneumol 2014;40:364–72.
- Ojanguren I, Ramos-Lima F, Niza G, et al. Evolution of disease burden in severe asthma patients by biological treatment status: interim analysis of the BREATHE study. J Asthma Allergy 2025;Volume 18:1523–38.
- Heaney LG, Perez de Llano L, Al-Ahmad M, et al. Eosinophilic and noneosinophilic asthma: an expert consensus framework to characterize phenotypes in a global real-life severe asthma cohort. Chest 2021;160(3):814–830.
DE-96516/07-2026