Endometriumkarzinom – Gebärmutterkrebs
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Endometriumkarzinom – Gebärmutterkrebs
Die Aufklärung über Gebärmutterkrebs entscheidend zu verbessern und moderne Therapien zu fördern ist unser Ziel bei AstraZeneca. Mehr als drei Viertel (77 %) der Frauen in Deutschland im Alter von 51 Jahren und älter kennen den Risikofaktor höheres Alter für Gebärmutterkrebs nicht, und 87 % sind sich nicht bewusst, dass Übergewicht oder Adipositas ebenfalls ein Risikofaktor ist.2 Diese Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Frauen, die im Februar 2025 im Auftrag von AstraZeneca durchgeführt wurde.2 Zudem sind mehr als 40 % dieser Frauen unsicher, welche Symptome auf die Erkrankung hinweisen können.2 Diese Ergebnisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, über Gebärmutterkrebs und seine Symptome und Behandlung zu informieren, denn je später die Diagnose erfolgt, desto schlechter ist die Prognose.3
Gebärmutterkrebs – hier nicht Gebärmutterhalskrebs gemeint– ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane.3 Darunter versteht man eine bösartige Wucherung (Tumor), die ihren Ursprung in den Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) hat. Der medizinische Fachbegriff für diese Erkrankung lautet daher auch Endometriumkarzinom.3
Jährlich gibt es in Deutschland etwa 11.000 neue Fälle, was Gebärmutterkrebs zur fünfthäufigsten Krebsart bei Frauen macht.1 Das mittlere Erkrankungsalter liegt dabei bei 67 Jahren.1 Wird Gebärmutterkrebs frühzeitig diagnostiziert, ist er oft gut behandelbar; bei einem Viertel aller Erkrankten erfolgt die Diagnose allerdings erst in einem fortgeschrittenen Stadium.1
Das Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, wird durch verschiedene Faktoren erhöht. Darunter sind u. a. ein fortgeschrittenes Alter, Übergewicht, Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus und Adipositas oder erbliche Veranlagungen/Aspekte.7 Langfristiger Östrogeneinfluss, beispielsweise durch eine frühe erste Regelblutung, späte Wechseljahre oder Kinderlosigkeit, spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterkrebs.5,7 Etwa 80 % aller Fälle sind hormonabhängig.1
Ein etabliertes Früherkennungsprogramm wie bei anderen Krebsarten gibt es für Gebärmutterkrebs bisher nicht, was Aufklärung umso wichtiger macht. Warnzeichen der Erkrankung sind unter anderem vaginale Blutungen nach den Wechseljahren, Blutungen außerhalb der Menstruation oder ungewöhnlicher Ausfluss aus der Vagina.4 Auch Schmerzen im Unterbauch und unerklärlicher Gewichtsverlust können auf Gebärmutterkrebs hindeuten.5 Dennoch gaben in der AstraZeneca-Umfrage nur die Hälfte (51 %) der über 51-jährigen Frauen an, vaginale Blutungen als Symptom für Gebärmutterkrebs zu kennen.2
Bei einem Verdacht auf Gebärmutterkrebs ist die erste Anlaufstelle häufig die Hausärztin bzw. der Hausarzt oder die Frauenärztin bzw. der Frauenarzt, um die Symptome abzuklären. Die Untersuchungen im Rahmen einer Verdachtsdiagnose bzw. der Diagnosestellung können neben einer Tastuntersuchung und einem transvaginalen Ultraschall z. B. auch eine Gebärmutterspiegelung umfassen, um Gewebe zu entnehmen und auf bösartige Veränderungen zu testen.5,8
Insgesamt hat Gebärmutterkrebs für Patientinnen eine gute Prognose: Relativ betrachtet sind im Durchschnitt 5 Jahre nach der Diagnose noch 77 von 100 Frauen in Deutschland am Leben.1 Das relative 5-Jahres-Überleben beschreibt, wie hoch der Anteil der Überlebenden fünf Jahre nach Diagnosestellung ist im Verhältnis zu dem Überleben in der allgemeinen Bevölkerung bei gleichem Alter und Geschlecht. Wird der Krebs in einem sehr frühen Stadium erkannt, sind es sogar 94 von 100 Frauen.1 Ausschlaggebend für die Prognose sind neben dem Grad der Ausbreitung und der Aggressivität des Tumors u.a. auch der Tumortyp, Typ-I und Typ-II. 80 % der Tumore zählen zum Typ-I und sind hormonabhängig. Als Typ-II werden die hormonunabhängigen Tumoren bezeichnet. Diese Einteilung ist jedoch veraltet.1,5 Heute ist u.a. die molekulare Klassifikation relevant.
Warum Tumortestung bei Gebärmutterkrebs
Moderne Therapien können die Prognose verbessern. Daher forscht AstraZeneca intensiv an zielgerichteten Therapien auf Basis molekulargenetischer Merkmale. Um den Tumor und seine genauen Eigenschaften besser verstehen und behandeln zu können, wird bei Gebärmutterkrebs dafür eine sogenannte Tumortestung durchgeführt. Ein Labor testet Tumorgewebe aus der Gebärmutter mittels modernster Verfahren und analysiert u.a. die molekulargenetischen Merkmale des Tumors. Diese Marker können die Wirksamkeit der derzeit verfügbaren Therapien bei fortgeschrittenen oder rezidivierten Tumoren und auch die Prognose beeinflussen. Die Bestimmung der Biomarker ist also ein zentraler Faktor in der Therapieplanung.5,6,9
Basierend auf diesen Merkmalen wird Gebärmutterkrebs in vier Untergruppen gegliedert:5,6,9
- Tumoren mit Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) bzw. hoher Mikrosatelliten-Instabilität
- Tumoren mit bestimmten TP53-Mutationen/p53-Veränderungen
- Tumoren mit POLE-Mutation
- Tumoren ohne spezielles molekulares Profil (NSMP).
Dabei ist die Bestimmung des Mismatch-Reparatur (MMR)-Status heute Standard in der Diagnostik.6,9 MMR-Proteine spielen eine Rolle bei der Reparatur von DNA-Schäden und können durch einen immunhistochemischen Test nachgewiesen werden.9,10 Fehlen im Tumorgewebe MMR-Proteine, spricht man von einer MMR-Defizienz, kurz dMMR.10 Sind dagegen die MMR-Proteine intakt, handelt es sich um eine MMR-Profizienz (pMMR).10 Eine MMR-Defizienz führt durch Akkumulation von Mutationen zu einer Mikrosatelliteninstabilität (MSI), die ebenfalls als Biomarker bestimmt werden kann.10 Der MMR- bzw. MSI-Status kann ein wichtiges Kriterium bei der Therapieentscheidung sein, da verschiedene Studien belegen, dass Tumoren mit defizienten MMR-Proteinen im Vergleich zu Tumoren mit intakten MMR-Proteinen besonders gut auf Immuntherapien ansprechen.6
Behandlungsoptionen im Überblick
Um Gebärmutterkrebs zu behandeln, gibt es verschiedene Therapieoptionen. Diese richten sich u.a. nach dem Stadium der Erkrankung, dem Tumortyp, dem individuellen Gesundheitszustand und den Wünschen der Patientinnen. Als Standardtherapie gilt die Operation; ergänzend können neoadjuvant oder adjuvant medikamentöse sowie strahlentherapeutische Optionen eingesetzt werden.5,6,11 In frühen Stadien, wenn der Tumor sich noch nicht weit ausgebreitet hat, ist das primäre Therapieziel Heilung (kurative Therapie). Ist der Tumor bereits weiter fortgeschritten und eine Heilung nicht mehr möglich, kommen palliative Therapien zu Einsatz, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und Beschwerden zu lindern (palliative Therapie).5,6,11
Operation
In den meisten Fällen ist eine Operation der wichtigste Bestandteil der Gebärmutterkrebsbehandlung. Hierbei werden Gebärmutter, Eileiter und meist auch die Eierstöcke entfernt. In fortgeschrittenen Stadien können auch befallene Lymphknoten und umliegendes Gewebe entfernt werden.5,6,11
Chemotherapie
Die Chemotherapie, die auf der Gabe von Zytostatika beruht, wird sowohl in frühen als auch späten Stadien durchgeführt. Sie kommt zum Beispiel nach einer Operation zum Einsatz, um verbliebene Tumorreste zu vernichten und die Bildung von Metastasen zu verhindern. Durch die Gabe von Zytostatika wird die Zellteilung und somit das Tumorwachstum gehemmt.5,6,11
Strahlentherapie
Ergänzend zu oder anstelle von einer Operation oder Chemotherapie kann bei Gebärmutterkrebs eine Strahlentherapie angewendet werden, um einen möglichen Rückfall und/oder die Bildung von Metastasen zu verhindern. Durch den gezielten Einsatz ionisierender Strahlung wird Tumorgewebe zerstört und umliegendes gesundes Gewebe geschont.5,6,11
Zielgerichtete Therapie
Innovative, zielgerichtete Therapien wie z. B. die Immuntherapie können Operation, Chemo- oder Strahlentherapie ergänzen und unterstützen. Immuntherapien werden bei Gebärmutterkrebs im fortgeschrittenen Stadium oder bei einem Rückfall eingesetzt.6 Krebszellen können Mechanismen entwickeln, um sich vor unserem Immunsystem zu verstecken. Mithilfe sogenannter Immuncheckpoint-Inhibitoren wird diese Tarnung aufgehoben, sodass das Immunsystem die Krebszellen angreifen kann und die körpereigene Abwehr gegen die Krebszellen gestärkt wird.5 Für bestimmte Patientinnen sind Immuntherapien in Kombination mit weiteren zielgerichteten Wirkstoffen zugelassen.6,11 Diese Wirkstoffe greifen in Abläufe ein, die für das Krebswachstum wichtig sind. Somit können sie helfen, den Gebärmutterkrebs noch gezielter zu bekämpfen.
Welche Therapien für eine Patientin infrage kommen, wird individuell entschieden. Dazu kommen Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen in einer Tumorkonferenz (auch Tumorboard genannt) zusammen und beraten sich.5
Informationen und Unterstützung für Patient:innen und Angehörige
Gebärmutterkrebs – wissen, was wichtig ist.
Quellen
- Robert Koch-Institut. Krebs in Deutschland für 2021-2023. Online verfügbar unter: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2025.pdf. (letzter Zugriff: September 2026).
- Online-Umfrage der AstraZeneca GmbH unter 1.000 Frauen im Alter von 51 Jahren und älter in Deutschland vom Februar 2025.
- Krebsinformationsdienst. Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom, Gebärmutterkörperkrebs). Online verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs. (letzter Zugriff: September 2026).
- Krebsinformationsdienst. Symptome beim Endometriumkarzinom: Warnzeichen erkennen. Online verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs/symptome. (letzter Zugriff: September 2026).
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und Stiftung Deutsche Krebshilfe. Patientinnenleitlinie: Krebs des Gebärmutterkörpers. 2023. Onine verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Gebaermutterkoerperkrebs_173v100.pdf (letzter Zugriff: September 2026).
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF). S3-Leitlinie Endometriumkarzinom. 2026. AWMF-Registernummer 032/034-OL. Online verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Endometriumkarzinom/Version_4/S3_LL_Endometriumkarzinom_Langversion__4.1.pdf. (letzter Zugriff: September 2026).
- Krebsinformationsdienst. Endometriumkarzinom: Risikofaktoren, Vorbeugung und Früherkennung. Online verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs/risikofaktoren-und-frueherkennung. (letzter Zugriff: September 2026).
- Krebsinformationsdienst. Diagnose Endometriumkarzinom: Untersuchungen bei Krebsverdacht. Online verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs/diagnostik (letzter Zugriff: September 2026).
- Lax, SF, et al. Onkologie 32, 856–863 (2026). https://doi.org/10.1007/s00761-026-02002-4.
- Krebsinformationsdienst. Was ist Mikrosatelliteninstabilität bei Krebs? Online verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/detail/was-ist-mikrosatelliteninstabilitaet-bei-krebs. (letzter Zugriff: September 2026).
- Krebsinformationsdienst. Endometriumkarzinom: Therapie und Nebenwirkungen. Online verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs/behandlung. (letzter Zugriff: September 2026).
- Krebsinformationsdienst. Immuntherapie gegen Krebs. Online verfügabr unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/immuntherapie. (letzter Zugriff: September 2026).
DE-85206/10-2026