Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV)
RSV ist im frühen Kindesalter der häufigste Erreger akuter Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege.1,2 Fast alle Kinder machen in ihren ersten zwei Lebensjahren eine RSV-Infektion durch.3 Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass RSV für über 60 % der akuten Atemwegsinfektionen bei Kindern und für über 80 % solcher Infektionen bei Säuglingen im Alter von unter einem Jahr verantwortlich ist.4 Infektionen der unteren Atemwege aufgrund von RSV gehören zu den Hauptursachen für Krankenhausbehandlungen im ersten Lebensjahr.5
Weltweit gibt es rund drei Millionen Krankenhauseinweisungen bei unter fünfjährigen Kindern aufgrund einer RSV-Infektion – fast die Hälfte der Fälle (44 %) betreffen Säuglinge unter sechs Monaten.6 Diese junge Patient:innengruppe ist zudem von fast der Hälfte (46 %) der jährlich 60.000 RSV-bedingten Todesfälle betroffen.6
RSV: Was ist das?
RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus – einen Erreger von Atemwegsinfektionen. Es ist ein sehr verbreitetes Virus, das leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.4,7 In jedem Alter ist es möglich, an einer RSV-Infektion zu erkranken. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sind nahezu alle Kinder einmal daran erkrankt.3
RSV-Virus: Das sind die Symptome
Bei Kindern löst RSV normalerweise leichte bis mäßige Erkältungssymptome aus. Bei Kindern und Säuglingen mit bestimmten Risikofaktoren sowie bei Neugeborenen kann das Virus allerdings zu schwerwiegenden Lungeninfektionen führen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Häufige klinische Symptome sind eitriger Schnupfen, Fieber, trockener, „Krupp“-ähnlicher Husten und zunehmende Atemnot mit in- und exspiratorischem Giemen (trockenes, pfeifendes Geräusch beim Ein- und Ausatmen). Weltweit ist RSV die häufigste Ursache von Bronchiolitis und Pneumonie (Infektionen der unteren Atemwege, LRTI) bei Säuglingen und Kleinkindern.8,9
Langfristige Auswirkungen der RSV-Erkrankung
RSV-Infektionen können auch langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern haben. Nach der akuten Erkrankung durch eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus kann es zu einer erhöhten bronchialen Reizempfindlichkeit kommen.10 Zu den Langzeitfolgen des RSV zählt ein höheres Risiko für Allergien und Asthma.11,12 Diese Langzeitfolgen können sich dauerhaft negativ auf die Lebensqualität der Kinder und der Familie insgesamt auswirken.13
Im Spotlight
Neue Versorgungsstrategien auch auf nationaler Ebene
In Deutschland arbeitet AstraZeneca mit führenden Expert:innen der Pneumologie sowie Patient:innenorganisationen an der Etablierung neuer Versorgungsstrukturen. „Die International Respiratory Coalition bietet dazu eine wichtige Grundlage mit dem Ziel, die Morbidität und Mortalität bei Atemwegserkrankungen zu senken und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme zu stärken“, so Dr. Julia Büchner, Vice President Pricing & Market Access bei AstraZeneca Deutschland. „AstraZeneca engagiert sich seit mehr als 50 Jahren für die Förderung der Atemwegswissenschaft und der Patient:innenversorgung. Deshalb freuen wir uns, einen Beitrag zu dieser wichtigen Initiative leisten zu können, um Patient:innen zu unterstützen, die heute unterversorgt sind.“
Dr. Julia Büchner, Vice President Pricing & Market Access
Patient:innenerfahrung
Darum ist es für AstraZeneca wichtig, über RSV zu sprechen
Aufklärung zum Thema RSV ist uns bei AstraZeneca enorm wichtig. Denn nur mit dem Wissen über die RSV-Erkrankung werden Eltern in die Lage versetzt, das Risiko für ihr Kind richtig einzuschätzen. Von ihren Erfahrungen berichtet uns Dina, die Mutter eines von RSV betroffenen Kindes. Sie meint: „Das erste Mal von RSV habe ich erst gehört, als meine Tochter mit 3 Monaten infiziert wurde. Ich konnte die Situation erst gar nicht einschätzen. Als sie dann mit Sauerstoff beatmet wurde, wurde mir klar, das ist nicht nur ein Schnupfen.“ Mehr über Jessicas Erfahrung mit RSV sehen Sie in folgendem Video.
AHA-Regeln zur Prävention von RSV – darum ist Hygiene so wichtig
Anders als bei Grippe und Keuchhusten ist eine Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus derzeit nicht verfügbar. Die Aufklärung über die Ansteckungsfähigkeit des RSV und über häusliche Hygiene ist für uns bei AstraZeneca daher ein wichtiger Baustein der RSV-Prävention. RS-Viren werden durch Tröpfcheninfektion und unmittelbaren Körperkontakt übertragen.1 RSV kann in respiratorischem Sekret 20 Minuten auf Händen überleben, 45 Minuten auf Papierhandtüchern und Baumwollkitteln und bis zu mehreren Stunden auf Einmalhandschuhen, Stethoskopen und Kunststoffoberflächen.1 Die Inkubationszeit beträgt zwei bis acht Tage (durchschnittlich fünf). Infizierte sind für drei bis acht Tage ansteckend.1
Allgemeine Hygienemaßnahmen bei RSV
Zu den allgemeinen Hygienemaßnahmen bei RSV gehören:1,14
- Hände häufig und gründlich mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife waschen oder desinfizieren
- Häufig berührte Oberflächen (z. B. Spielzeug, Bettgitter, Tische, Mobilgeräte) mit Wasser und Seife oder Desinfektionsmittel desinfizieren
- Gläser, Tassen, Teller oder Besteck nicht mit anderen teilen
- Kindern mit hohem Risiko nicht zu nahe kommen, wenn erkältungsähnliche Symptome vorliegen
- Beim Husten oder Niesen Mund und Nase mit einem Taschentuch bedecken und das Taschentuch anschließend wegwerfen
Weitere Risikofaktoren für RSV
Frühchen (Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche), Mehrlingsgeburten und Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein höheres Risiko für eine schwere RSV-Infektion.4,8,15 Zu den Vorerkrankungen gehören: chronische Lungenerkrankung (z. B. bronchopulmonale Dysplasie, zystische Fibrose), angeborener Herzfehler, schwere neurologische Erkrankung, niedriges Geburtsgewicht, neuromuskuläre Erkrankung, Immunschwäche. Stillen über eine Dauer von weniger als zwei Monaten und die Entlassung aus dem Krankenhaus zwischen Oktober und Dezember zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren. Außerdem gibt es genetische Komponenten wie Asthma und/oder Allergien (Atopien) in der Familie sowie Umgebungskriterien, die eine schwere RSV-Infektion begünstigen können: Raucher in der Familie, enge Wohnverhältnisse, Geschwister im Kindergarten- oder Grundschulalter, Besuch einer Kindertagesstätte.16
Fast alle Kinder erkranken
bereits vor ihrem zweiten Geburtstag am Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV). Da es aktuell keine spezifische Behandlung für RSV gibt, ist die Vorbeugung ein entscheidender Aspekt.4,8,17,18
Die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von RSV-Infektionen
ist 2021 bei Ein- bis Vierjährigen stark gestiegen. Im September 2021 war sie im Vergleich zu Vorjahren doppelt so hoch.19 Grund könnte der fehlende Kontakt mit bestimmten Erregern aufgrund des Corona-Lockdowns sein.20
Es wird geschätzt, dass RSV jedes Jahr
für 33 Millionen akute Atemwegsinfektionen verantwortlich ist.21
Direkt oder indirekt
sterben weltweit jährlich schätzungsweise 600.000 Menschen durch eine RSV-Infektion.22
Unser Versprechen
Die neuesten Entwicklungen im Bereich Immuntherapien bedeuten für uns bei AstraZeneca den Anfang einer neuen Ära von bislang beispiellosem Potenzial. Unsere Mitarbeiter:innen tun alles, um wissenschaftliche Durchbrüche zu erzielen und das Leben von Patient:innen zu verändern und zu verbessern. Aber unsere Arbeit ist damit noch nicht getan. Wir folgen der Wissenschaft weiterhin, indem wir zielgerichtete innovative Behandlungsmöglichkeiten sowie einzigartige Arzneimittelverbindungen und Geräte entwickeln, damit Patient:innen die für sie geeignete Behandlung erhalten.
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Referenzen:
- Robert Koch-Institut (2018): Respiratorische Synzytial-Infektionen (RSV). Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_RSV.html. [Letzter Aufruf: Januar 2025].
- Robert Koch-Institut (2011): Epidemiologisches Bulletin. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2011/Ausgaben/19_11.pdf?__blob=publicationFile. [Letzter Aufruf: Januar 2025].
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- Goldstein M, Phillips R, DeVincenzo JP, et al. National Perinatal Association 2018 Respiratory Syncytial Virus (RSV) Prevention Clinical Practice Guideline: An Evidence-Based Interdisciplinary Collaboration. Neonatology Today 2017;12:1–27.
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- Sigurs N, Bjarnason R, Sigurbergsson F, et al. Respiratory syncytial virus bronchiolitis in infancy is an important risk factor for asthma and allergy at age 7. Am J Crit Care Med 2000;161:1501–1507.
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DE-79624/03-2025