Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
Home / Therapiebereiche / Onkologie / Prostatakrebs
Weiter im Menü:
Prostatakrebs ist bei Männern in Deutschland mit etwa 79.000 Neuerkrankungen jährlich die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache.1 Wird die Erkrankung früh entdeckt, sind die Chancen auf Heilung deutlich besser. Das Prostatakarzinom lässt sich dann auch kurativ behandeln.2 Das wichtigste Ziel der Früherkennungsuntersuchung in der Prostatakrebsvorsorge ist es daher, Vorstufen frühzeitig zu erkennen und zu entfernen.2
AstraZeneca möchte dazu beitragen, Bewusstsein für die Bedeutung der Früherkennung zu schaffen und das Leben von Betroffenen zu verbessern. Für uns stehen bei der Prostatakrebs-Therapie die Verlängerung des Gesamtüberlebens, die Verzögerung der Krankheitsentwicklung (Progression) und die Kontrolle der Schmerzsymptomatik von Betroffenen mit Prostatakrebs im Vordergrund. Unser Ziel ist es, Therapieansätze für diese so häufige Krebserkrankung zu optimieren, damit Prostatakrebs als Todesursache eliminiert werden kann.
So klein und doch so anfällig?
Die etwa walnussgroße Vorsteherdrüse (Prostata) gehört zu den männlichen Fortpflanzungsorganen und liegt vor dem Mastdarm unterhalb der Blase.3 Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, einen Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren. Diese Flüssigkeit ist für die Beweglichkeit der Spermien und somit für ihre Befruchtungsfähigkeit von Bedeutung. Neben der Samenflüssigkeit wird in der Vorsteherdrüse eine Substanz namens Prostata-spezifisches Antigen (PSA) gebildet.
Wachstum und Funktion der Prostata werden vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron gesteuert. Dieses wird hauptsächlich in den Hoden (Testes) – zu einem geringen Teil aber auch in den Nebennieren – gebildet. Ohne die Stimulation durch das Hormon bleibt die Drüse unterentwickelt und bildet kein Sekret.
Die Bildung von Testosteron ist ab der Pubertät erhöht. Infolgedessen vergrößert sich die Prostata – ein natürlicher Prozess. Bei einem zwanzigjährigen Mann wiegt die Prostata etwa 20 Gramm. Ihr Gewicht nimmt im Laufe des Lebens zu und kann auf über 100 Gramm anwachsen.3 Im Laufe des Lebens kann es allerdings zu einem gestörten und somit ungehinderten Wachstum der Prostata kommen – einem Prozess, der auch zu einer Krebsentstehung führen kann.3 Dabei verändern sich Zellen in der Prostata krankhaft. Sie beginnen, sich unkontrolliert zu teilen, bis schließlich viele Millionen Zellen eine Geschwulst bilden. Schreitet die Erkrankung weiter fort, können die Tumorzellen auch in benachbartes Gewebe sowie Organe wandern und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.3
Die Zahl an Betroffenen nimmt weltweit zu. Dies ist zum einen auf die zunehmende und alternde Bevölkerung zurückzuführen, zum anderen auf die verbesserte Früherkennung.4 Bei den meisten Erkrankten wird Prostatakrebs in einem frühen Stadium als lokal begrenzte Erkrankung diagnostiziert. Bei 10–20 % der Betroffenen wird jedoch eine bereits metastasierte Krankheit entdeckt. 20–30 % aller Betroffenen entwickeln im Laufe der Erkrankung Metastasen.5
Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für Prostatakrebs
Die Ursachen von Prostatakrebs sind bisher noch weitgehend unbekannt. Es gibt aber bestimmte Faktoren, die das Risiko einer Prostatakrebserkrankung erhöhen:
- Das Alter spielt für die Entwicklung von Prostatakrebs eine entscheidende Rolle. Vor dem 50. Lebensjahr tritt Prostatakrebs nur selten auf. Während das Erkrankungsrisiko für einen 65-jährigen Mann bei 2,8 % liegt, beträgt das Lebenszeitrisiko insgesamt etwa 14,2 %.1
- Männer mit Fällen von Prostatakrebs in der nahen Verwandtschaft haben selbst ein erhöhtes Risiko, zu erkranken. Liegen Schäden im Erbgut vor, können diese eine Krebsentstehung begünstigen – etwa Mutationen in Genen wie BRCA1, BRCA2, ATM und CHEK2.2,6
- Außerdem spielen die Ernährung, Lebens- und möglicherweise auch Arbeitsbedingungen sowie Umwelteinflüsse eine Rolle.3
Bei Prostatakrebs kommt es auf die Früherkennung an
Im Frühstadium, wenn das Karzinom sich innerhalb der Prostata befindet, ist in der Regel eine Heilung möglich.2 92 % aller Erkrankten sind nach fünf Jahren noch am Leben.1 Ist der Krebs über die Prostata hinaus gewachsen, spricht man von „fortgeschrittenem“ Prostatakrebs. Hat er in die Knochen oder Organe gestreut, nennt man dies auch „metastasiert“. Die Heilungschancen bei fortgeschrittenem Prostatakrebs sind schlechter als in früheren Stadien. Hat der Krebs in die Lymphknoten, Knochen oder andere Organe gestreut, kann er nicht mehr geheilt werden. Doch sein Wachstum lässt sich für eine längere Zeit hinauszögern. Durch eine frühzeitige Diagnose besteht die entscheidende Chance, das Fortschreiten des Tumors zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen und eine gute Lebensqualität zu erhalten.2 Dabei spielt das in der Vorsteherdrüse gebildete Prostata-spezifische Antigen (PSA) eine Schlüsselrolle, da bei Prostatakrebs der PSA-Blutwert erhöht sein kann.7
Metastasierter kastrationsresistenter Prostatakrebs
Bei einem Teil der Betroffenen breitet sich der Krebs im Verlauf der Erkrankung auf andere Körperteile aus; es bilden sich sogenannte Metastasen. Der Krebs kann in diesem Stadium zunächst noch auf eine Hormontherapie ansprechen. Es gilt dann als hormonsensitiv.8 Schreitet die Erkrankung trotz Hormontherapie weiter fort, sprechen Fachleute von einem metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs. In diesem Stadium ist die Prognose schlechter und entsprechend groß ist der Bedarf an therapeutischen Fortschritten in diesem Bereich.9,10
Therapieoptionen bei Prostatakrebs
Bei der Behandlung des metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakrebses entscheiden Arzt oder Ärztin und Betroffener gemeinsam, welche Behandlungsmöglichkeit eingesetzt werden soll. In der Regel kommt eine Therapie mit einer neuen hormonellen Substanz zum Einsatz, um auch weiterhin die Produktion von Sexualhormonen zu unterdrücken. Eine weitere Option ist die Chemotherapie, bei der Medikamente aus der Gruppe der sogenannten Zytostatika eingesetzt werden. Diese hemmen das Wachstum von Krebszellen und zerstören sie dadurch. Zytostatika verteilen sich im gesamten Körper und erreichen damit auch Tumorzellen, die sich bereits auf andere Körperregionen ausgebreitet haben.10 Außerdem sind zielgerichtete Therapien verfügbar, die die Schwachstellen der Tumorzellen als Angriffspunkt nutzen.10 Übergreifend finden regelmäßig Kontrolluntersuchungen statt, um in erster Linie Komplikationen zu erkennen oder zu vermeiden.10
Reparaturmechanismen bei DNA-Schäden
Die Art und Weise, wie wir Krebs behandeln, verändert sich hin zu einem personalisierten, zielgerichteten Ansatz. Während Schäden im Erbgut (sog. genetische Mutationen) die Krebsentwicklung oft vorantreiben, können sie uns auch dabei helfen, die in den Krebszellen zu beobachtende geschädigte DNA-Reparatur auszunutzen.
Schäden im Erbgut werden in Zellen normalerweise über verschiedene Reparatursysteme behoben. Eines davon ist die sogenannte homologe Rekombinations-Reparatur (HRR), die DNA-Doppelstrangbrüche repariert. Wenn dieser Reparaturweg aufgrund von Mutationen nicht mehr funktioniert, sprechen Fachleute von einer homologen Rekombinations-Defizienz (HRD). DNA-Doppelstrangbrüche können dann nicht mehr fehlerfrei behoben werden; es häufen sich immer mehr Schäden im Erbgut an. Mutationen, die zu so einem Defekt führen, sind beispielsweise in den BRCA-Genen zu finden.
Größere oder kleinere Beschädigungen der DNA treten täglich auf. Verursacht werden sie unter anderem durch UV-Strahlung, durch Schadstoffe wie Zigarettenrauch oder auch durch Fehler bei der Vervielfältigung unserer Erbinformation. Normalerweise ist das für eine Zelle kein Problem. Denn sie verfügt über spezialisierte Reparaturmechanismen, um Schäden am Erbgut zu beheben. Gelingt dies nicht, können Genmutationen in den einzelnen Körperzellen entstehen.
Eine Genmutation kann unterschiedliche Ursachen haben. So können Genmutationen von einem der Elternteile vererbt werden (Keimbahnmutation) oder in einzelnen Zellen entstehen, beispielsweise dann, wenn Schäden an unserer DNA nicht fehlerfrei behoben werden können.
Es gibt verschiedene Gründe, die zu einem Versagen der DNA-Reparatur führen und somit die Entstehung von Genmutationen fördern können. Beispielsweise können Gene, die für DNA-Reparaturmechanismen zuständig sind, selbst von einer Mutation betroffen sein. Dies kann auch bei Krebs der Fall sein. Zu den häufigsten Genveränderungen, die zur Entstehung von Prostatakrebs beitragen können, zählen beispielsweise Mutationen der BRCA-Gene.
Ein Gentest kann BRCA-Mutationen erkennen – und beim Prostatakrebs das Ansprechen auf zielgerichtete Therapien besser vorhersagen.
Die Bedeutung von Gen- und Biomarker-Tests
Gentests und die Bewertung der Veränderung in Reparaturgenen bieten die Möglichkeit, bei der Erkrankung neue Behandlungsansätze in Betracht zu ziehen.10 Bei AstraZeneca setzen wir uns voll und ganz für innovative Forschung ein, die es uns ermöglicht, auf unserer langjährigen Erfahrung in der Onkologie aufzubauen, um möglichst vielen Betroffenen mit Prostatakrebs zu helfen.
Bislang waren die Behandlungsansätze für fortgeschrittenen Prostatakrebs begrenzt. Bei der routinemäßigen Beurteilung der Betroffenen wurde beispielsweise die genomische Beschaffenheit des Tumors nicht berücksichtigt, die Einfluss auf das Ansprechen des Tumors auf Therapieoptionen hat und Informationen zum individuellen Progressionsrisiko liefern kann.11,12
Inzwischen ist die Medizin hier einen großen Schritt weiter und genomische Profil-Erstellungen oder molekulare Tests können das Vorhandensein von Mutationen in den Genen nachweisen. Hierbei unterscheidet man grundsätzlich zwischen Keimbahnmutationen, die vererbt werden können, und somatischen Mutationen, die im Laufe des Lebens auftreten und beispielsweise bei der Tumorentstehung eine Rolle spielen können. Verschiedene Tests können heutzutage für einen Nachweis genutzt werden. Während Blut- oder Speicheltests nur Keimbahnmutationen nachweisen, kann ein Test an einer Gewebeprobe des Tumors Keimbahn- und somatische Mutationen nachweisen.2,13
DNA-Reparaturgenveränderungen bei der Therapie von Prostatakrebs
Um Betroffene zu identifizieren, die von gezielten Behandlungsansätzen profitieren könnten, werden die BRCA-Gene auf Mutationen untersucht, die zu einem Defekt in der DNA-Doppelstrang-Reparatur und somit zu einer HRD führen können.
Lässt sich bei der BRCA-Testung eine Mutation von BRCA1- und/oder BRCA2-Genen nachweisen, bieten sich eventuell zielgerichtete therapeutische Optionen an, die diesen Defekt ausnutzen und verstärken, um den Krebs zu bekämpfen.10 Welche Voraussetzungen für eine solche Behandlung erfüllt sein müssen und ob die Therapie im individuellen Fall infrage kommt, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin erläutern.
Darüber hinaus kann eine anschließende Keimbahnanalyse der Mutationen sinnvoll sein, da diese Mutationen vererbt werden können und so das familiäre Risiko für verschiedene Krebserkrankungen beeinflussen. Eine Risikoermittlung für die Betroffenen, aber auch für Familienmitglieder ist somit möglich.
Patient:innenerfahrung
„Ich hätte nie gedacht, dass Prostatakrebs jemals ein Thema werden könnte“
Hans* ist 55, als ihn seine Frau zu einer Vorsorgeuntersuchung überredet. Wie viele Betroffene hat er bis dahin nicht daran gedacht, dass Prostatakrebs auch ihn einmal treffen könnte. Die Diagnose kam gerade noch rechtzeitig: „Ich habe der Untersuchung eigentlich nur zugestimmt, um wieder meine Ruhe zu bekommen. Dass tatsächlich etwas entdeckt werden könnte, damit habe ich nicht gerechnet. Doch ich hatte Glück. Die Diagnose kam so früh, dass der Prostatakrebs gut behandelt werden konnte. Danke an meine hartnäckige Frau.“
Hans O. (60 Jahre), Nürnberg
*Name geändert
Die Symptome für Prostatakrebs waren eigentlich eindeutig
Schwierigkeiten beim Urinieren, vermehrter Harndrang, schwacher Harnfluss: Die Symptome waren eigentlich klassische Anzeichen dafür, dass mit Michaels* Prostata etwas nicht stimmte. „Mit gerade einmal 45 Jahren war die Diagnose Prostatatumor für mich dann doch ein Schock. Letztlich stellte sich heraus, dass es sich bei der entdeckten Geschwulst um eine gutartige Prostatavergrößerung handelte – ein Warnschuss, der mich jetzt zu regelmäßigen Check-Ups veranlasst“.
Michael S. (49 Jahre), Kassel
*Name geändert
Patient:innen-Webseite
Prostatakrebs – Was kommt jetzt?
Biomarkerdiagnostik
Mithilfe der Biomarkerdiagnostik (Biomarker könenn z. B. BRCA, EGFR, PD-L1 sein) kann das Vorliegen bestimmter Mutationen erkannt und anschließend eine zielgerichtete Therapie ermöglicht werden. Auf der Seite az-diagnostik.de stellt AstraZeneca interessante Informationen zur Testung auf ausgewählte, therapierelevante Biomarker bereit.
Hier erfahren Sie mehr.
Referenzen
- Robert Koch-Institut (2025): Krebs in Deutschland für 2021 – 2023. Online Quelle. URL: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2025.pdf?__blob=publicationFile (letzter Zugriff: September 2026).
- Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AMWF), Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und Deutschen Krebshilfe (DKH) (2025): S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Langversion 8.1, 2025, AWMF-Registernummer: 043-022OL. https://register.awmf.org/assets/guidelines/043-022OLl_S3_Prostatakarzinom_2025-08.pdf (letzter Zugriff: September 2026).
- Bayerische Krebsgesellschaft e. V. (2014): Patientenratgeber Prostatakrebs. Online-Quelle. URL: https://www.bayerische-krebsgesellschaft.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/PB-Prostata-Bayern-2014.pdf (letzter Zugriff: September 2026).
- Deutsche Krebsgesellschaft (2021): Prostatakrebs. Online-Quelle. URL: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/definition-und-haeufigkeit.html (letzter Zugriff: September 2026).
- Castro E und Eeles R (2012): The role of BRCA1 and BRCA2 in prostate cancer. Asian J Androl, 14(3), pp.409-414.
- Felici A et al. (2012): A changing landscape in castration-resistant prostate cancer treatment. Front Endocrinol (Lausanne), 3: pp.85.
- Deutsche Krebsgesellschaft (2021): Früherkennung von Prostatakrebs. Online-Quelle. URL: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/frueherkennung.html (letzter Zugriff: September 2026).
- Scher HI et al. (2026): Trial design and objectives for castration-resistant prostate cancer: updated recommendations from the prostate cancer clinical trials working group 3. J Clin Oncol, 34(12), pp. 1402-1418.
- Moreira et al. (2017). Predicting Time From Metastasis to Overall Survival in Castration-Resistant Prostate Cancer. Clinical Genitourinary Cancer, 15(1), pp.60-66.
- Deutsche Krebsgesellschaft (2021): Behandlung im fortgeschrittenen Stadium. Online-Quelle. URL: https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/therapie/behandlung-im-fortgeschrittenen-stadium.html (letzter Zugriff: September 2026).
- Babu et al. (2018): Personalised Management of Prostate Cancer. EMJ Urol, 6(1], pp.67-73.
- Nombela et al. (2019). BRCA2 and Other DDR Genes in Prostate Cancer. Cancers, 11(3), p.352.
- European Association of Urology (2026): Guidelines on Prostate Cancer. Online Quelle. URL: https://uroweb.org/guidelines/prostate-cancer/chapter/diagnostic-evaluation (letzter Zugriff: September 2026).
DE-75116/10-2026