Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom, PaC)
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Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine seltene, bösartige Tumorerkrankung. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 20.000 Menschen daran. Männer sind ebenso oft betroffen wie Frauen.1 In frühen Stadien verursacht die Erkrankung oft keine oder nur unspezifische Symptome, sodass der Tumor oft spät erkannt wird. Patient:innen mit einem diagnostizierten Pankreaskarzinom haben leider eine extrem schlechte Prognose, die sich in einer Ein-Jahres-Überlebensrate von etwa 20 % für alle Stadien der Erkrankung zeigt.2 Die 5-Jahres-Überlebensrate für Bauchspeicheldrüsenkrebs, die aussagt, wie viele Krebs-Patient:innen fünf Jahre nach der Erstdiagnose noch leben, liegt in Deutschland bei nur etwa 9 %.1 Bauspeicheldrüsenkrebs stellt damit, trotz seiner Seltenheit, die vierthäufigste Krebstodesursache bei beiden Geschlechtern dar. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 76 Jahren und für Männer bei 72 Jahren.1
Bis heute sind die Ursachen von Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht gut erforscht, obwohl bestimmte Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Fettleibigkeit und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung identifiziert worden sind.3
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) – ein lebenswichtiges Organ
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Bei Männern wie Frauen ist das Pankreaskarzinom die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland.1
20.000
Jährlich erkranken rund 20.000 Menschen in Deutschland.1
23.000 bis 2030
Aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft kann davon ausgegangen werden, das bis zum Jahr 2030 etwa 23.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrenbs pro Jahr erkranken.1
20 %
Bauchspeicheldrüsenkrebs hat eine extrem schlechte Prognose, die sich in einer Ein-Jahres-Überlebensrate von etwa 20 % für alle Stadien der Krankheit zeigt.2
Klassifikationen und Stadien
Das Pankreaskarzinom lässt sich in unterschiedliche Krankheitsstadien einteilen, auf denen die Therapieempfehlungen basieren:
| Stadium 0: In-situ-Karzinom (ein auf das ursprüngliche Gewebe begrenztes Karzinom), keine Metastasen, kein Lymphknotenbefall |
| Stadium I: Tumorgröße ≤ 2 cm (Stadium IA) bzw. ≤ 4 cm (Stadium IB) und auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt, keine Lymphknotenmetastasen |
| Stadium II: Maximale Tumorgröße > 4 cm (Stadium IIA) und/oder 1–3 regionäre Lymphknotenmetastasen unabhängig von der Tumorgröße (Stadium IIB) |
| Stadium III: ≥ 4 regionäre Lymphknotenmetastasen, unabhängig von der Tumorgröße und Tumorausdehnung, keine Fernmetastasen oder unabhängig von regionären Lymphknotenmetastasen Tumorwachstum außerhalb des Pankreas mit Verwachsungen in größere regionale Blutgefäße, keine Fernmetastasen |
| Stadium IV: Vorliegen von Fernmetastasen unabhängig von Tumorgröße und regionären Lymphknotenmetastasen |
Tabelle modifiziert nach dem System der UICC (Union Internationale Contre le Cancer)5
Risikofaktoren
Bisher konnten keine genauen Ursachen für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt werden. Forscher:innen gehen davon aus, dass dafür verschiedene Faktoren zusammenspielen müssen. Einige Faktoren können, statistisch betrachtet, das Risiko für ein Pankreaskarzinom erhöhen:1,6
- das Lebensalter (mit steigendem Alter steigt auch das Erkrankungsrisiko)
- der Lebensstil (Übergewicht, Ernährung, Rauchen und Alkoholkonsum)
- Vorerkrankungen: Typ-2-Diabetes, chronische Pankreatitis
- familiäre Vorbelastung (gehäuftes Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Familie)
- Vererbung von Hochrisikogenen (ca. 6–10 % aller Pankreaskarzinome können auf vererbbare genetische Mutationen zurückgeführt werden, z. B. in den BRCA (BReast CAncer)-Genen
Typische Symptome bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Häufig wird Bauchspeicheldrüsenkrebs erst spät erkannt, da er sich im frühen Stadium kaum bemerkbar macht. Zwar verursacht der Tumor meist schon vor der Diagnose Beschwerden, allerdings sind diese so unspezifisch oder treten in Kombination auf, dass Betroffene nicht an eine Krebserkrankung denken.
Schmerzen im Oberbauch
Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs klagen häufig über Schmerzen im Oberbauch. Diese bessern sich auch dann nicht, wenn spezielle Medikamente, z. B. gegen eine Magenschleimhautentzündung, eingenommen werden. Die Schmerzen können bis in die Wirbelsäule ausstrahlen.
Zunehmender Gewichtsverlust
Im frühen Stadium der Krebserkrankung kann es zu Appetitlosigkeit oder Verdauungsstörungen (Übelkeit, Durchfall) kommen. In der Folge nehmen Betroffene bei Bauchspeicheldrüsenkrebs immer weiter ab.
Gelbfärbung der Haut oder der Augäpfel
Wenn der Abfluss der Gallenflüssigkeit durch das Wachstum eines Bauspeicheldrüsentumors blockiert ist, kann es zu einer Gelbsucht kommen. Im weiteren Verlauf der Krebserkrankung kommt es eventuell auch zu Juckreiz der Haut.
Weitere Symptome:
- Atemnot
- Allgemeines Gefühl der Schwäche
- Bei etwa 15 % der Betroffenen ist ein neu aufgetretener Diabetes mellitus ein frühes Anzeichen für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er entsteht, da die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin mehr produziert. Auch hier ist Gewichtsverlust die Folge.7
Tumoren der Bauchspeicheldrüse
Bauchspeicheldrüsenkrebs wird in zwei Hauptgruppen eingeteilt – entsprechend den beiden Systemen, in denen die Bauchspeicheldrüse eine Schlüsselrolle spielt: Tumoren, die sich in den exokrinen Zellen bilden, und Tumoren, die sich in den endokrinen Zellen bilden.
Neuroendokrine Tumoren
Eine seltene Krebsart, die sich in den endokrinen Zellen bildet, sind neuroendokrine Tumoren der Bauchspeicheldrüse (PNETs) oder Inselzelltumore, wie sie allgemein genannt werden.8 PNETs machen weniger als 10 % aller Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs aus und haben im Vergleich zu häufigeren Formen des Bauchspeicheldrüsenkrebses eine bessere Prognose.1,9
Exokrine Tumoren
Exokrine Tumoren machen 95 % aller Bauchspeicheldrüsenkrebsfälle aus. Die häufigste Form von exokrinen Tumoren ist das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC).10 Es entwickelt sich aus den Zellen, die die Gänge der Bauchspeicheldrüse auskleiden. Diese Gänge leiten die enzymhaltigen Verdauungssäfte in den Bauchspeicheldrüsenhauptgang und von dort in den ersten Teil des Dünndarms.10
Da sich das PDAC schnell ausbreiten kann und die Symptome oft erst in späteren Stadien auftreten, werden mehr als 80 % der Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs erst diagnostiziert, wenn sich die Krankheit bereits auf andere Organe im Körper ausgebreitet hat. Für diese Patient:innen beträgt die durchschnittliche Überlebenszeit weniger als ein Jahr.11,12
Die Gründe für die potenziell rasche Ausbreitung dieser Krankheit sind vielschichtig: u. a. zählen dazu die Nähe zu großen Blutgefäßen, in die der Tumor leicht eindringen kann.13 Da die Symptome bei Bauchspeicheldrüsenkrebs meist unspezifisch sind, ist die Diagnose äußerst schwierig, was die Überlebenschancen erheblich verringert.
Hoher Therapiebedarf
Es ist leider eine bekannte Tatsache, dass Patient:innen mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs aufgrund der Aggressivität der Krankheit und der begrenzten Fortschritte bei der Behandlung im Vergleich zu anderen Tumorarten eine ungünstige Prognose haben – insbesondere im Hinblick auf die Präzisionstherapie.14
Obwohl eine Operation aktuell die Standardbehandlung für Bauchspeicheldrüsenkrebs darstellt, kommen nur etwa 20 % der Patient:innen mit fortgeschrittener Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung dafür in Frage, da sich der Krebs bis zur eigentlichen Diagnose bereits zu weit ausgebreitet hat.15 Zu den am häufigsten eingesetzten Behandlungsmöglichkeiten gehören die Chemo- und die Strahlentherapie, was den kritischen ungedeckten medizinischen Bedarf an wirksameren Behandlungsoptionen verdeutlicht.16 Die hohe Symptomlast bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs stellt eine weitere Herausforderung dar, da die Symptome die Behandlungswirkung und Lebensqualität beeinträchtigen können.17
Bauchspeicheldrüsenkrebs – Krankheitssteuerung durch Biomarker
Krebs ist eine äußerst komplexe Erkrankung. Die moderne Medizin kennt über 300 verschiedene Arten, deren Entstehung unterschiedliche Ursachen haben kann. Unter anderem können dabei unsere Gene eine entscheidende Rolle spielen: Schäden und Veränderungen in unserem Erbgut können auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs die Entstehung eines Tumors begünstigen. Bei AstraZeneca wissen wir, was der Biomarker-Status für Krebsarten wie Brustkrebs, Prostatakrebs, Eierstockkrebs, Lungenkrebs und Magenkrebs bedeutet. Bei der klinischen Behandlung von Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs spielen Biomarker ebenfalls eine zunehmend wichtige Rolle. Denn beim Bauchspeicheldrüsenkrebs sind einige Tumorsuppressorgene (die die Krebsentstehung aktiv verhindern) mehrmals mutiert, was zu einem aggressiven Tumorwachstum führt.18
Zielgerichtete Krebstherapien sind Medikamente, die in bestimmte Moleküle eingreifen, die am Wachstum und Überleben von Krebszellen beteiligt sind. Um zu durchschauen, wie zielgerichtete Behandlungen funktionieren, ist es für uns bei AstraZeneca wichtig, die Mechanismen zu verstehen, die in den Krebszellen ablaufen. Die BRCA1/2-Gene sind Teil der DNA-Schadensreaktion, die an der Reparatur von DNA-Schäden beteiligt sind.19,20 Wenn die BRCA-Gene mutiert sind, wird dieser Reparaturprozess behindert, und das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigt.21
Jeder Mensch trägt in jeder Zelle seines Körpers ein BRCA1-Gen und ein BRCA2-Gen in sich (englisch: BReast CAncer Gene; deutsch: Brustkrebsgen). Sie steuern die Produktion von Eiweißen (Proteine), die an der Reparatur von Erbgutschäden beteiligt sind. Solche Schäden an der Erbinformation treten jeden Tag auf. Unser Körper ist normalerweise in der Lage, sie zu reparieren. Dabei spielen BRCA-Gene eine wichtige Rolle und beugen somit der Krebsentstehung vor. Bei einer BRCA-Mutation sind die Eiweiße fehlerhaft: Erbgutschäden können somit nicht mehr fehlerfrei repariert werden.
Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, bestimmte Tumorarten zu entwickeln, unter anderem Brustkrebs, Eierstockkrebs und eben auch Bauchspeicheldrüsenkrebs. Etwa 5–10 % der Patient:innen mit familiärem PDAC und 3 % der Patient:innen mit sporadischem PDAC weisen eine BRCA-Keimbahnmutation auf.22 Diese kann ein entscheidendes Merkmal für den Zugang zu geeigneten Behandlungsoptionen sein.22 BRCA-Mutationen können vererbt sein (Keimbahnmutation) oder im Laufe des Lebens erworben werden (somatische Mutation). Bei Tumoren mit einer BRCA-Mutation bieten sich spezielle therapeutische Optionen an, da man den Krebs gezielt angreifen kann.23 Mithilfe eines Gentests lässt sich herausfinden, ob eine BRCA-Mutation vorliegt. Der Test kann entweder mittels einer Blutprobe oder aus dem Tumorgewebe erfolgen.
Patient:innen-Webseite
Biomarkerdiagnostik
In der Krebstherapie kann eine hohe Wirksamkeit oft nur dann erreicht werden, wenn zuvor der entsprechende Biomarker (BRCA, EGFR, PD-L1) zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Der Therapieerfolg zielgerichteter Wirkstoffe hängt für Patient:innen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs daher wesentlich von der Qualität der vorgeschalteten Untersuchung des zugehörigen Biomarkers ab. Auf der Seite az-diagnostik.de stellt AstraZeneca interessante Informationen zur Testung auf ausgewählte, therapie-relevante Biomarker bereit.
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Referenzen
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