Hepatozelluläres Karzinom – Leberzellkrebs
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Hepatozelluläres Karzinom – Leberzellkrebs
Leberzellkrebs ist eine Krebserkrankung, die in der Leber entsteht und von Zellen der Leber ausgeht. Der medizinische Fachbegriff für diese Erkrankung ist hepatozelluläres Karzinom, abgekürzt HCC (englisch: hepatocellular carcinoma). Das HCC ist die häufigste Form des primären Leberkrebses, also eines Tumors, der in der Leber entsteht. Ein HCC oder primärer Leberkrebs ist nicht zu verwechseln mit sekundären Lebertumoren. Dabei handelt es sich um Metastasen in der Leber (sogenannte Lebermetastasen), also Absiedlungen eines Tumors, der seinen Ursprung in einem anderen Organ hat.1
Mehr als 6.000 Menschen erhalten jährlich die Diagnose hepatozelluläres Karzinom (HCC).2 Damit gehört diese Form des Karzinoms zu den vergleichsweise seltenen bösartigen Tumoren. Die Mehrheit der Patient:innen erhält die Diagnose des hepatozellulären Karzinoms im Alter von über 70 Jahren, wenngleich die Erkrankung auch deutlich früher auftreten kann.3 Bei Männern ist die Inzidenz des HCC zudem signifikant höher als bei Frauen.3 Die häufigste Ursache für ein hepatozelluläres Karzinom ist eine lang andauernde Schädigung der Leber, die, wenn sie über Jahre bestehen bleibt, zu einer Leberzirrhose führen kann.1 Auch wenn eine Leberzirrhose nicht zwangsläufig zu Leberkrebs führt, ist sie doch der größte Risikofaktor. Einflüsse, die die Leber schädigen und zu einer Leberzirrhose führen können, erhöhen damit auch das Risiko für Leberzellkrebs: In Deutschland sind die wichtigsten Risikofaktoren hoher Alkoholkonsum (Alkoholabusus) sowie eine chronische Infektion mit Hepatitis B- oder C-Viren.1 Aber auch nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen können das Risiko einer Leberzellkrebs-Erkrankung erhöhen.1
Pro Jahr erkranken in Deutschland mehr als 6.000 Menschen an einem hepatozellulären Karzinom (Leberzellkrebs).2
Fast 3/4 der Patient:innen sind Männer.3
Die meisten Patient:innen sind bei der Diagnose über 70 Jahre alt.3
In 9 von 10 Fällen entsteht Leberzellkrebs aus einer bereits geschädigten Leber.1
Trotz einiger Fortschritte in der Behandlung hat das hepatozelluläre Karzinom eine schlechte Prognose. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate dieses Karzinoms liegt etwa bei 16 %.3 Ein Tumor in der Leber verursacht zu Beginn meist keine Beschwerden. Erst wenn sich die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet und sich bereits ausgebreitet hat, treten erste Symptome auf.4 Aus diesem Grund wird das hepatozelluläre Karzinom meist erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt, oft ist es auch ein Zufallsbefund bei einer Routineuntersuchung.4
Therapie des HCC: Immuntherapie im Fokus
Bei einem hepatozellulären Karzinom sind eine operative Entfernung des Tumors (Resektion oder Leberteilentfernung), eine Lebertransplantation bzw. eine Thermoablation (örtliche Erwärmung) die einzigen Behandlungen mit Aussicht auf Heilung (kurativ).4 Ist die Erkrankung bei Diagnose jedoch bereits fortgeschritten, ist eine Resektion nicht mehr möglich. Bei noch lokal begrenzten jedoch inoperablen Tumoren können unter anderem Verfahren wie die transarterielle Chemoembolisation (TACE) in Betracht gezogen werden.4 Bei diesem Verfahren wird über die den Tumor versorgenden Blutgefäße ein Chemotherapeutikum direkt in den Tumor gebracht und die Blutgefäße im Anschluss verschlossen. Aber auch im metastasierten Stadium stehen moderne systemische Therapien zur Verfügung – der Fokus liegt derzeit auf den sogenannten Immuntherapien.4
Das primäre Ziel der Immuntherapie besteht darin, das Immunsystem des Körpers anzuregen, einen Tumor zu erkennen und zu bekämpfen. Diese Therapie nutzt die natürliche Fähigkeit des Immunsystems, krankhafte Zellen zu identifizieren und zu zerstören, indem sie T-Zellen, also bestimmte Immunzellen, gezielt aktiviert.5
Krebszellen können Mechanismen entwickeln, die ihre Erkennung durch das Immunsystem erschweren und dessen Angriffsreaktionen abschwächen. Immuntherapeutische Behandlungen sind darauf ausgerichtet, diese Unterdrückungsmechanismen zu durchbrechen und eine effektive Immunantwort gegen den Tumor zu ermöglichen.5 Vereinfacht ausgedrückt wird das Immunsystem durch diese Therapien aktiviert und in einen Zustand versetzt, in dem es die Krebszellen wieder erkennen kann.
Gesunde Immunantwort
Immunzellen (T-Zellen) können schädliche Zellen aufgrund ihrer veränderten Zelloberfläche erkennen. Wenn die Immunzelle die veränderte Zelle als solche erkannt hat, kann sie diese vernichten.
Prozesse bei Krebs
Krebszellen tarnen sich durch bestimmte Strukturen auf ihrer Oberfläche (sogenannte Immuncheckpoints, z. B. PD-L1). Sie bleiben so vom Immunsystem unentdeckt und können sich vermehren.
Krebsimmuntherapie
Eine Immuntherapie (ein sogenannter PD-L1-Inhibitor) hebt die „Tarnung” der Krebszellen auf, indem sie die Immun-Checkpoints (PD-L1) blockiert. Die Immuntherapie sorgt so dafür, dass das Immunsystem die Krebszellen entdecken und zerstören kann.
Chemotherapie
Eine Chemotherapie zerstört Krebszellen direkt. Die absterbenden Krebszellen zerfallen in viele kleine Bruchstücke. Diese Bruchstücke (Antigene) erkennt das Immunsystem als „fremd”. Dadurch wird eine Reaktion des Immunsystems gegen die Krebszellen ausgelöst. Diese Reaktion verstärkt die Wirkung der Immuntherapie.
Als eines der führenden Unternehmen in der Onkologie setzt sich AstraZeneca für die Entwicklung von fortschrittlichen Therapien bei gastrointestinalen Tumoren wie dem hepatozellulären Karzinom ein. Unser oberstes Ziel ist es, so vielen Patient:innen wie möglich Zugang zu hochwirksamen Medikamenten zu ermöglichen. Dabei liegt unser besonderes Augenmerk auf Immuntherapien, die das körpereigene Immunsystem mobilisieren, um den Krebs gezielt zu bekämpfen. Hier setzen wir nicht nur auf Immuntherapien für Patient:innen im fortgeschrittenen Stadium, sondern erforschen auch das Potenzial dieses Therapieansatzes in früheren Stadien des HCC. Unser Engagement im Bereich HCC und gastrointestinaler Tumoren ist Teil unserer Mission, fortwährend innovative Krebstherapien zu entwickeln, die die Lebensqualität der Patient:innen verbessern können.
Aufgaben der Leber
Die etwa 1,5 kg schwere Leber ist eines der vielseitigsten inneren Organe. Neben dem Abbau schädlicher Stoffe als “Entgiftungszentrale” des Körpers übernimmt die Leber zahlreiche wichtige Funktionen. Sie ist ein Speicherorgan für Nährstoffe und Vitamine, als größte Drüse des Körpers produziert sie Hormone und Bestandteile des Blutes und stellt die gelbgrüne Gallenflüssigkeit her, deren Funktion es ist, den Abbau der Fette aus der Nahrung im Darm zu ermöglichen.8 Die in der Gallenblase gespeicherte Gallenflüssigkeit enthält zudem Bilirubin, ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes, das der Gallenflüssigkeit ihre charakteristische Farbe verleiht.8
Wenn die Leberfunktion oder der Abfluss der Gallenflüssigkeit gestört sind, kommt es zu einer Anreicherung von Bilirubin im Blut und Körpergewebe. Dies verursacht die charakteristische Gelbfärbung der (Schleim-)Haut und Augen, die sogenannte Gelbsucht oder Ikterus, bei Leber- und Gallenerkrankungen.8
Stoffwechselfunktionen6
Informationen und Unterstützung für Patient:innen und Angehörige
Leberkrebs – Wissen, was wichtig ist.
Quellen
- Krebsinformationsdienst. Leberkrebs (Leberzellkarzinom). Online unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leberkrebs.php (zuletzt zugegriffen am 26.04.2024).
- Zentrum für Krebsregisterdaten. Leberkrebs. Online unter: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Leberkrebs/leberkrebs_node.html (zuletzt zugegriffen am 26.04.2024)
- Schönfeld, I., Kraywinkel, K. Epidemiologie des hepatozellulären Karzinoms in Deutschland. Onkologe 24, 653–658 (2018). https://doi.org/10.1007/s00761-018-0438-4
- Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik und Therapie des Hepatozellulären Karzinoms und biliärer Karzinome, Langversion 4.0, 2023, AWMF-Registernummer: 032-053OL. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hcc-und-biliaere-karzinome/ (zuletzt zugegriffen am 26.04.2024).
- Krebsinformationsdienst. Immuntherapie gegen Krebs. Online unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-immuntherapie.pdf (zuletzt zugegriffen am 26.04.2024).
- Wang YJ et al. Immunogenic effects of chemotherapy-induced tumor cell death. Genes Dis. 2018 May 17;5(3):194-203. doi: 10.1016/j.gendis.2018.05.003.
- Salas-Benito D et al. Paradigms on Immunotherapy Combinations with Chemotherapy. Cancer Discov. 2021 Jun;11(6):1353-1367. doi: 10.1158/2159-8290.CD-20-1312.
- Leitlinienprogramm Onkologie. Patientenleitlinie Leberkrebs. 2021. Online unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Leberkrebs-1930022.pdf. (zuletzt zugegriffen am 02.05.2024)
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