Chronische Nierenkrankheit (CKD)
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Die lebenswichtige Rolle und Funktion der Nieren
Die Nieren spielen eine entscheidende Rolle im Körper: Sie entfernen Giftstoffe und Abfallprodukte, regulieren den Blutdruck1 und sorgen für ein Gleichgewicht von Flüssigkeiten, Salzen und Mineralstoffen,2 um optimale Bedingungen für viele Organsysteme des Körpers sicherzustellen. Gelingt es den Nieren jedoch nicht mehr, diese komplexen Prozesse zu steuern, spricht man von einer Nierenschwäche: Die chronische Nierenkrankheit (chronic kidney disease, CKD) ist eine fortschreitende Erkrankung, die schließlich zum Nierenversagen führen kann.3 In Deutschland sind rund neun Millionen Menschen betroffen. Allerdings wissen neun von zehn Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung.4 Die Hauptursachen für die chronische Nierenkrankheit sind Diabetes und Bluthochdruck.5 Daneben gibt es weitere Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht oder Rauchen.6
Ein vertieftes Verständnis der Mechanismen der chronischen Nierenkrankheit und ihrer Begleiterkrankungen ermöglicht es uns, die Versorgung zu verbessern – durch Screening, frühere Diagnosen und Intervention, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder zu verhindern.
Der Nieren-Check: Warum Blut und Urin untersucht werden
Medizinische Leitlinien empfehlen das Nierenscreening bei Risikopatient:innen, d. h. Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einer Herzschwäche. Das Nierenscreening umfasst zwei Tests: die Überprüfung der Nierenfunktion mittels der aus Blutwerten geschätzten Filtrationsrate (estimated glomerular filtration rate, eGFR) sowie die Beurteilung von Nierenschäden anhand des Albumin-Kreatinin-Quotienten im Urin (Urine-Albumin-Creatinine-Ratio, UACR).7
Bei der eGFR-Bestimmung wird das Blut z. B. auf Serumkreatinin hin untersucht – ein Abbauprodukt, das in Muskeln entsteht8 – was Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit (Filtrationsrate) der Nieren zulässt. Bei der UACR-Bestimmung wird die Konzentration an Albumin (einem Eiweiß) im Verhältnis zum Kreatinin im Urin gemessen. Eine geringfügige Ausscheidung von Albumin über die Nieren in den Urin ist zwar normal, doch eine erhöhte Menge weist darauf hin, dass das Filtersystem der Nieren beschädigt sein kann. Die UACR-Bestimmung ist somit ein wichtiger Test zur Erfassung von Nierenschäden.7 Da die Nieren Funktionseinbußen lange Zeit kompensieren und die Werte stabil halten können, fällt die eGFR oft erst im fortgeschrittenen Stadium ab. Um Nierenschäden bereits vorher zu erkennen, ist die Bestimmung der UACR daher unerlässlich.9
Liegt eine chronische Nierenkrankheit vor, erfolgt die Bestimmung des Schweregrads auf Grundlage von eGFR und UACR, welche die Abnahme der Nierenfunktion beschreiben.7
CKD in Deutschland: Wie verbreitet ist die CKD und was sind die Folgen?
Etwa 10 % der Erwachsenen
in Deutschland haben eine CKD, aber nur etwa jede:r zehnte Betroffene weiß davon.4
Die Prävalenz beträgt circa 30 %
in der hausärztlichen Praxis. In Pflegeheimen haben sogar 65 % der Bewohner:innen eine CKD im Stadium 3 bis 4.10
Rund 100.000 Patient:innen
sind in Deutschland derzeit dauerhaft auf eine Nierenersatztherapie, eine Dialyse oder Transplantation, angewiesen.11
40 bis 50 % der CKD-Patient:innen
entwickeln eine Hyperkaliämie, vor allem in fortgeschrittenen Stadien.12
Hyperkaliämie behandeln, Nieren schützen
Wenn die Funktion der Nieren nachlässt, sind diese häufig nicht mehr in der Lage, Kalium effizient aus dem Blut zu filtern und auszuscheiden.13 Bei erhöhten Kaliumwerten spricht man von einer Hyperkaliämie.14 Diese erhöht das Risiko für Vorfälle des Herz-Kreislauf-Systems15 und kann sogar potenziell lebensbedrohlich sein.14 Das Tückische daran ist, dass insbesondere eine chronische Hyperkaliämie häufig keine Symptome zeigt.16 Daher empfiehlt es sich, die Serumwerte von Kalium bei Risikopatient:innen regelmäßig überprüfen zu lassen.17
Die Hyperkaliämie ist unter Menschen mit kardiorenalen und Stoffwechselerkrankungen weit verbreitet:
Mit 2-3 % in der Allgemeinbevölkerung12
ist die Hyperkaliämie die häufigste Elektrolytstörung.18
Bei bis zu 40 % der Menschen mit Herzschwäche,
die mit bestimmten Medikamenten (Mineralokortikoid‑Rezeptor‑Antagonisten) behandelt werden, tritt eine Hyperkaliämie auf.19
40 bis 50 % der CKD-Patient:innen
entwickeln eine Hyperkaliämie, vor allem in fortgeschrittenen Stadien.12
Bis zu 20 % der Menschen mit Diabetes
sind zugleich an einer Hyperkaliämie erkrankt.20
Paradigmenwechsel: Neuer Umgang mit RAASi-Therapie und Ernährung
Die besondere Herausforderung im Hyperkaliämie-Management ist: Nicht nur die kardiorenalen Erkrankungen selbst begünstigen die Hyperkaliämie, sondern auch die Therapie mit Hemmern des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS-Inhibitoren, RAASi), die zu deren Behandlung angewendet werden.18 Als Reaktion auf eine Hyperkaliämie werden daher häufig RAASi reduziert oder abgesetzt. Dies kann jedoch zur einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko beitragen21 und wird daher auch nicht mehr vorrangig empfohlen.7,22 Ebenso wird vom pauschalen Verzicht auf kaliumreiche Lebensmittel, wie früher noch postuliert, inzwischen abgeraten. Stattdessen steht heute eine kaliumbewusste Ernährung im Vordergrund. Diese zielt darauf ab, vorrangig künstliche Kaliumzusätze in Fertigprodukten zu meiden, um gesunde, pflanzliche Kost so lange wie möglich als festen Bestandteil des Speiseplans zu erhalten.7
Wenn die Funktion der Nieren nachlässt, sind diese häufig nicht mehr in der Lage, Kalium effizient aus dem Blut zu filtern und auszuscheiden.13 Bei erhöhten Kaliumwerten spricht man von einer Hyperkaliämie.14 Diese erhöht das Risiko für Vorfälle des Herz-Kreislauf-Systems15 und kann sogar potenziell lebensbedrohlich sein.14 Das Tückische daran ist, dass insbesondere eine chronische Hyperkaliämie häufig keine Symptome zeigt.16 Daher empfiehlt es sich, die Serumwerte von Kalium bei Risikopatient:innen regelmäßig überprüfen zu lassen.17
Die Hyperkaliämie ist unter Menschen mit kardiorenalen und Stoffwechselerkrankungen weit verbreitet.
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Der Umgang mit Hyperkaliämie in Deutschland
Angesichts dieser Risiken, die mit der Hyperkaliämie einhergehen, ist es essenziell zu verstehen, wie die Versorgung Betroffener im deutschen Versorgungsalltag tatsächlich aussieht. Denn zwischen den medizinischen Empfehlungen auf dem Papier und dem Praxisalltag klaffen oft Lücken. Um zu prüfen, ob etablierte Leitlinien in Deutschland flächendeckend umgesetzt werden und wie Behandelnde mit dem schwierigen Balanceakt zwischen notwendiger Herz-Nieren-Medikation und Kaliumkontrolle umgehen, wurden umfangreiche Analysen der deutschsprachigen Versorgungsrealität durchgeführt.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass der Umgang mit erhöhten Kaliumwerten häufig noch nicht den offiziellen Empfehlungen entspricht: Bei einer bestehenden Hyperkaliämie wurden in den meisten Fällen lediglich die Kaliumspiegel überwacht – eine Strategie, die selbst bei wiederkehrenden hyperkaliämischen Episoden selten angepasst wurde.25 Zudem wird die für den Schutz der Organe wichtige RAASi-Medikation oft reduziert oder beendet, sobald eine Hyperkaliämie auftritt – ein Vorgehen, das mit einem erhöhten Risiko für Krankenhausaufenthalte verbunden sein kann.26,27 Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig eine konsequente Überwachung der Hyperkaliämie und ein leitliniengerechtes Management im Versorgungsalltag sind.
AstraZeneca: Im Kampf gegen Hyperkaliämie als Folge von Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen
Die körperlichen und seelischen Belastungen sind für Hyperkaliämie-Patient:innen enorm.20 Besonders schwerwiegend ist das, da bereits die zugrundeliegenden Erkrankungen wie Herzinsuffizienz28 oder Nierenkrankheit29 das Befinden Betroffener negativ beeinflussen. Dies stärkt uns bei AstraZeneca in unserem Einsatz, das Krankheitsbild Hyperkaliämie in den ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen von Risikopatient:innen mit Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen stärker zu verankern. Das Ziel ist es, so frühzeitig wie möglich Risikofaktoren zu beseitigen, um dem Auftreten einer Hyperkaliämie vorzubeugen und das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen.
Die Wissenschaft deckt die Gemeinsamkeiten von Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen (CVRM) auf, was den Kern unseres Bestrebens für eine ganzheitliche Versorgung von CVRM-Patient:innen bildet. Während die Sekundärprävention für die Behandlung von Patient:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen unerlässlich ist, wollen wir noch weiter gehen und die Patient:innen ganzheitlich behandeln.
CKD und ihre Begleiterkrankungen
Herzschwäche, koronare Herzkrankheit und CKD
Die CKD steht in einer wechselseitigen Beziehung zur Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz (HF) genannt: Die Verschlechterung der einen Erkrankung führt zur Verschlechterung der anderen30 und etwa 50 % der Menschen mit Herzinsuffizienz haben eine CKD.31 Die HF ist ein komplexes Syndrom, bei dem das Herz nicht mehr genug Blut durch den Körper pumpen kann. Auch eine koronare Herzkrankheit (coronary artery disease, CAD) kann den Herzmuskel im Laufe der Zeit schwächen und so zu Herzinsuffizienz führen – aber das ist nicht der einzige Grund, warum Herzen versagen können.22
Bluthochdruck und CKD
CKD und Bluthochdruck treten häufig gemeinsam auf und beeinflussen sich gegenseitig32 – eine große Herausforderung für Betroffene. Die Kontrolle beider Erkrankungen ist entscheidend, um Nierenschäden zu verhindern und das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle zu senken.33,34
Anhaltend hoher Blutdruck schädigt die feinen Blutgefäße in den Nieren,35 die Abfallstoffe und Flüssigkeit aus dem Blut filtern.1 Versteifte und vernarbte Gefäße verengen sich, die Durchblutung sinkt, und die Nierenfunktion wird eingeschränkt. Langfristig kann dies zu Nierenversagen führen.35 Gleichzeitig regulieren die Nieren den Blutdruck,1 indem sie Elektrolyte, Flüssigkeit und Hormone im Gleichgewicht halten.2 Bei Nierenschäden funktioniert diese Regulation nicht mehr richtig – ein Teufelskreis entsteht.
Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, braucht es umfassende Ansätze: Lebensstiländerungen, optimierte Medikamente36 und eine enge Zusammenarbeit zwischen Nephrolog:innen, Kardiolog:innen und Hausärzt:innen.33
Typ-2-Diabetes und CKD
Der Typ-2-Diabetes mellitus (T2D) ist eine der Hauptursachen für eine CKD5 und ist mit einer verkürzten Lebenserwartung,37 einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Vorfälle38 und hoher wirtschaftlicher Belastung verbunden.39 Etwa die Hälfte der Menschen mit T2D hat zugleich eine CKD,40 und diese Patient:innengruppe hat ein etwa doppelt so hohes Sterblichkeitsrisiko wie Menschen mit nur T2D.41 Adipositas und die damit potenziell einhergehende Insulinresistenz ist ein zentraler Faktor bei der Entstehung von T2D42 und steht auch im Zusammenhang mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Nieren.43
Unser Versprechen
Bei AstraZeneca forschen wir an Behandlungen und Lösungen für den gesamten Krankheitsverlauf: von der Prävention und der Vorbeugung einer CKD bis zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs und der Bewältigung schwerer Komplikationen in allen Krankheitsstadien nach der Diagnose.
Macht den Unterschied für mehr Nierengesundheit
Die Initiative „Macht den Unterschied für mehr Nierengesundheit“ bringt Patient:innenorganisationen, medizinische Expert:innen und die Industrie zusammen. Das Ziel: das Bewusstsein bei politischen Entscheidungsträger:innen für CKD als dringende globale Gesundheitspriorität zu schärfen und gemeinsam evidenzbasierte Maßnahmen für eine bessere Früherkennung, schnellere Diagnosen und sofortigen Zugang zu leitliniengerechter Therapie zu ergreifen. Auf diese Weise wollen wir die bestmöglichen Ergebnisse für Patient:innen, das Gesundheitssystem, Pflegekräfte, die Wirtschaft und die Umwelt erzielen.
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Referenzen
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