CRSwNP (Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen)
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Die chronische Rhinosinusitis (CRS) ist eine chronische Erkrankung der oberen Atemwege, die die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt.1 Dabei unterscheidet man innerhalb des Krankheitsbildes zwischen einer CRS mit (CRSwNP) oder ohne (CRSsNP) Nasenpolypen.1
CRSwNP ist gekennzeichnet durch eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut und der Nasennebenhöhlen, die mindestens 12 Wochen andauert, sowie durch das Vorhandensein von Nasenpolypen.1 Typische Symptome sind eine Verstopfung oder Schwellung der Nase, Nasenausfluss, Gesichtsschmerz sowie Störungen oder Verlust des Riechvermögens.2
CRSwNP betrifft etwa 2-4 % der europäischen Bevölkerung.3 Das durchschnittliche Alter bei Krankheitsbeginn liegt bei etwa 50 Jahren.1 CRSwNP ist mit einer höheren Krankheitslast verbunden als CRSsNP, was sich in einem höheren Schweregrad der Krankheit und einer höheren Anzahl von Operationen oder Medikamentenexpositionen zeigt.1
Bislang ist das Erlangen der Kontrolle über die Erkrankung das Ziel der Behandlung. Allerdings wird durch gezielte Therapieoptionen wie Biologika die Remission (Nachlassen oder Verschwinden von Krankheitszeichen einer Erkrankung) zu einem neuen Ziel für Patient:innen mit CRSwNP.4
Gleichzeitiges Auftreten von CRSwNP und Asthma
CRSwNP und Asthma treten oft gleichzeitig als einheitliche Atemwegserkrankung auf.5 So leiden viele Patient:innen mit CRSwNP zusätzlich an Asthma und bei Betroffenen mit dieser Kombination ist die Krankheitslast im Vergleich zu Patient:innen ohne Asthma deutlich höher.5,6 Gleichzeitig ist die Asthmakontrolle bei Patient:innen mit gleichzeitigem Asthma sowie CRSwNP verringert.6 Zwischen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege besteht eine Wechselwirkung.7 Die Koexistenz von CRSwNP und Asthma deutet auf eine gemeinsame Ursache hin – ein Zusammenhang, der zum Konzept der „United Airway Disease“ (UAD) geführt hat.6,8
Wiederauftreten von Nasenpolypen nach Operation
Trotz Operation und anschließender medikamentöser Therapie kommt es bei vielen Patient:innen zum Wiederauftreten von Nasenpolypen und Symptomen – möglicherweise, weil eine zugrunde liegende Erkrankung nicht ausreichend behandelt wird.4,9 Oft berichten Betroffene innerhalb weniger Jahre nach der Operation über unzureichend kontrollierte Symptome.10 Bereits sechs Monate nach ihrer endoskopischen Nasennebenhöhlenoperation zeigen einige Patient:innen ein Nasenpolypen-Rezidiv (Wiederauftreten).9 Besonders bei Patient:innen mit komorbidem Asthma ist das Risiko erhöht: Sie benötigen aufgrund häufiger Rezidive wiederholt Eingriffe.11
Das Epithel als im Fokus der CRSwNP-Pathogenese
Das gesunde Epithel (oberste Zellschicht) fungiert als eine Schutzbarriere und stellt damit den ersten Kontaktpunkt gegenüber pathogenen Einflüssen wie Viren, Bakterien und Umwelteinflüssen dar.12,13 Nasenpolypen entstehen durch Veränderungen im Epithel und es gibt Hinweise darauf, dass das Epithel bei CRSwNP-Patient:innen die Schutzfunktion nicht ausreichend erfüllt.1 In diesem Zusammenhang setzen Epithelzellen Alarmine (Signalstoffe des Körpers) frei, die nachgeschaltete Signalwege aktivieren und so an der Entstehung der CRSwNP beteiligt sind.12,14 Eine langanhaltende Entzündung führt schließlich zu strukturellen Veränderungen von Zellen und Geweben in der Nasenschleimhaut.1
40,6 % der Patient:innen mit schwerem, unkontrolliertem Asthma in einem Register für schweres unkontrolliertes Asthma hatten eine komorbide CRSwNP in der Anamnese.15
80 % der CRSwNP-Patient:innen berichten innerhalb von 3–5 Jahren nach der Nasennebenhöhlenoperation über unzureichend kontrollierte Symptome.10
35 % zeigten bereits nach sechs Monaten ein Nasenpolypen-Rezidiv.9
25 % höhere Revisions-OP-Rate bei Patient:innen mit komorbidem Asthma aufgrund von Nasenpolypen-Rezidiven.11
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Referenzen:
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- Stuck BA et al. Rhinosinusitis: S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand: April 2017. Online verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/017-049_und_053-012l_S2k_Rhinosinusitis_2022-12-abgelaufen.pdf; Letzter Zugriff: 15.07.2025.
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- Jutel M et al. Allergy 2023;78(11):2851–74.
- Caveney S et al. Proportion of patients with severe asthma and comorbid chronic rhinosinusitis with nasal polyps: literature review. Poster präsentiert auf dem Kongress des American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI); 24.-27. Oktober 2024; Boston, MA, USA.
DE-94012/04-26