Gallenblasen- und Gallengangskrebs
Home / Therapiebereiche / Onkologie / Gallenblasen- und Gallengangskrebs
Weiter im Menü:
Biliäre Tumoren: Gallenblasen- und Gallengangskarzinome
Krebs der Gallenblase (Gallenblasenkarzinome, GBC) und der Gallengänge (Gallengangskrebs, Gallengangskarzinom, Cholangiokarzinom oder auch cholangiozelluläres Karzinom, kurz CCA oder CCC), werden als biliäre Tumoren bezeichnet.1 Diese Karzinome können in jedem Abschnitt des biliären Systems auftreten. Gallengangskarzinome bezeichnet man in Abhängigkeit von ihrer Lokalisation in den Gallenwegen als intrahepatisch (iCCA, innerhalb der Leber) oder extrahepatisch (eCCA, außerhalb der Leber).2
Biliäre Karzinome zählen zu den seltenen Krebserkrankungen. In der Bundesrepublik Deutschland treten jährlich annähernd 8.000 neue Fälle von Gallengangskarzinomen und Gallenblasenkarzinomen auf, was circa 1,7 % aller Krebsneuerkrankungen ausmacht.1,3,4 Frauen sind häufiger von Gallenblasenkarzinomen betroffen, wohingegen Männer tendenziell häufiger an Gallengangskarzinomen erkranken.1,3,4
Trotz signifikanter Fortschritte in der Behandlung haben biliäre Karzinome im Vergleich zu anderen malignen Erkrankungen eine besonders ungünstige Prognose. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Karzinomen der Gallengänge oder der Gallenblase etwa zwischen 17 und 23 %.5 Ein wesentlicher Faktor, der zur schlechten Prognose bei Gallengangskrebs und Gallenblasenkrebs beiträgt, ist die späte Diagnose. In circa 80 % aller Fälle erfolgt die Diagnostik zu einem Zeitpunkt, bei dem die Erkrankung bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, welches eine komplette chirurgische Resektion des Tumors, also eine Entfernung durch eine Operation, ausschließt.6
Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 8.000 Menschen an einem Gallengangs- oder Gallenblasenkarzinom.
Die relative 5-Jahres Überlebensrate liegt bei 17 bis 23 %.
80 % aller biliären Karzinome können zum Zeitpunkt der Diagnose nicht mehr vollständig entfernt werden.
Krebsimmuntherapie
Das primäre Ziel der Krebsimmuntherapie besteht darin, das Immunsystem des Körpers anzuregen, einen Tumor zu erkennen und zu bekämpfen. Diese Therapie nutzt die natürliche Fähigkeit des Immunsystems, krankhafte Zellen zu identifizieren und zu zerstören, indem sie T-Zellen, also bestimmte Immunzellen, gezielt aktiviert. Krebszellen können Mechanismen entwickeln, die ihre Erkennung durch das Immunsystem erschweren und dessen Angriffsreaktionen abschwächen. Immuntherapeutische Behandlungen sind darauf ausgerichtet, diese Unterdrückungsmechanismen zu durchbrechen und eine effektive Immunantwort gegen den Tumor zu ermöglichen. Vereinfacht ausgedrückt wird das Immunsystem durch diese Therapien reaktiviert und in einen Zustand versetzt, in dem es wieder funktionsfähig ist.
Gesunde Immunantwort
Immunzellen (T-Zellen) können schädliche Zellen aufgrund ihrer veränderten Zelloberfläche erkennen. Wenn die Immunzelle die veränderte Zelle als solcher erkannt hat, kann sie diese vernichten.
Prozesse bei Krebs
Krebszellen tarnen sich durch bestimmte Strukturen auf ihrer Oberfläche (sogenannte Immuncheckpoints, z. B. PD-L1). Sie bleiben so vom Immunsystem unentdeckt und können sich vermehren.
Krebsimmuntherapie
Eine Immuntherapie (ein sogenannter PD-L1-Inhibitor) hebt die „Tarnung” der Krebszellen auf, indem sie die Immun-Checkpoints (PD-L1) blockiert. Die Immuntherapie sorgt so dafür, dass das Immunsystem die Krebszellen entdecken und zerstören kann.
Chemotherapie
Eine Chemotherapie zerstört Krebszellen direkt. Die absterbenden Krebszellen zerfallen in viele kleine Bruchstücke. Diese Bruchstücke (Antigene) erkennt das Immunsystem als „fremd”. Dadurch wird eine Reaktion des Immunsystems gegen die Krebszellen ausgelöst. Diese Reaktion verstärkt die Wirkung der Immuntherapie.
Als führendes Unternehmen in der Onkologie setzt sich AstraZeneca für die Entwicklung von fortschrittlichen Therapien bei biliären Karzinomen ein. Unser oberstes Ziel ist es, so vielen Patient:innen wie möglich auch im fortgeschrittenen Stadium Zugang zu hochwirksamen Behandlungen zu ermöglichen. Dabei liegt unser besonderes Augenmerk auf Immuntherapien, die das körpereigene Immunsystem mobilisieren, um den Krebs gezielt zu bekämpfen. Wir arbeiten stetig weiter daran, innovative Therapien zu entwickeln, die die Lebensqualität der Patient:innen verbessern können.
Funktion des Gallensystems
Die Leber ist bekannt als zentrales Entgiftungsorgan des menschlichen Körpers. Darüber hinaus erfüllt sie zahlreiche weitere Aufgaben, darunter auch die Produktion der Gallenflüssigkeit (Galle), welche essentiell für den Fettstoffwechsel ist.7 Das Gallensystem transportiert die von der Leber produzierte Galle in den Darm, wobei die Gallenblase als Speicher für die bei der Verdauung fettreicher Nahrung zusätzlich benötigte Galle dient.
Daneben werden über die Galle Abbauprodukte des Hämoglobins, des roten Blutfarbstoffs, ausgeschieden. Die dabei entstehenden Farbstoffe Bilirubin und Biliverdin verleihen der Galle ihre charakteristische grünlich-gelbe Färbung. Eine Beeinträchtigung der Leberfunktion oder des Gallenflusses kann zu einer Akkumulation von Bilirubin im Blut führen, was sich in einer Gelbfärbung der Haut und Augen – bekannt als Gelbsucht oder Ikterus – äußert und auf Leber- oder Gallenerkrankungen hinweisen kann.
Warum wird Gallenkrebs oft erst so spät entdeckt?
Die Symptome von Tumoren des Gallengänge oder der Gallenblase sind eher unspezifisch und treten meist erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf.6,8 Nicht selten wird die Diagnose eines Gallenblasen- oder Gallengangskarzinoms erstmals in Folge einer Gelbfärbung der Haut (Ikterus) gestellt oder im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane zufällig gestellt.8
Informationen und Unterstützung für Patient:innen und Angehörige
Gallengangs- & Gallenblasenkrebs – Wissen, was wichtig ist.
Quellen
- Onkopedia Leitlinien: Biliäre Karzinome. Oktober 2021. Online unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/biliaere-karzinome/@@guideline/html/index.html; (zuletzt zugegriffen am 22.04.2024).
- Oneda E, Hilal MA, Zaniboni A. Biliary tract cancer: current medical treatment strategies. Cancers (Basel). 2020;12(5):1237.
- Zentrum für Krebsregisterdaten. Gallenblasen- und Gallenwegskarzinom (Biliäre Karzinome). Online unter: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gallenblasenkrebs/gallenblasenkrebs_node.html (zuletzt zugegriffen am 22.04.2024).
- Zentrum für Krebsregisterdaten. Leberkrebs und Krebs der Gallengänge. Online unter: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Leberkrebs/leberkrebs_node.html (zuletzt zugegriffen am 22.04.2024).
- Zentrum für Krebsregisterdaten und Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. Krebs in Deutschland 2019/2020. 2023. Online unter: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2023.pdf?__blob=publicationFile (zuletzt zugegriffen am 22.04.2024).
- Shroff RT et al. Adjuvant therapy for resected biliary tract cancer: ASCO Clinical Practice Guideline. J Clin Oncol. 2019;37(12):1015-1027
- Amboss.com. Übersicht des Verdauungssystems. Online unter: https://www.amboss.com/de/wissen/ubersicht-des-verdauungssystems (zuletzt zugegriffen am 22.04.2024).
- Valle JW, Kelley RK, Nervi B, et al. Biliary tract cancer. Lancet 2021; 397:428-444.
DE-69978/24