Harnblasenkarzinom – Blasenkrebs

Bei AstraZeneca setzen wir uns dafür ein, die Versorgung von Menschen mit Blasenkrebs nachhaltig zu verbessern. Unser Anspruch ist es, den wissenschaftlichen Fortschritt voranzutreiben, die Ursachen und Mechanismen der Erkrankung besser zu verstehen und so frühere Diagnosen sowie gezieltere Therapien zu ermöglichen – mit dem Ziel, Behandlungsergebnisse und Lebensqualität aller Patient:innen zu verbessern.

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Harnblasenkarzinom – Blasenkrebs

Blasenkrebs, medizinisch als Harnblasenkarzinom bezeichnet, ist eine bösartige Erkrankung, die in den allermeisten Fällen von der Schleimhaut der Harnblase – dem sogenannten Urothel – ausgeht.1 Daher wird diese häufigste Form auch Urothelkarzinom genannt. Die bösartige Veränderung wächst mit der Zeit durch die Schleimhaut in tiefere Schichten der Blasenwand und kann im weiteren Verlauf den Blasenmuskel erreichen sowie auf andere Körperregionen übergehen. Seltener kann ein Urothelkarzinom auch in den übrigen ableitenden Harnwegen auftreten, etwa in Harnleitern, Harnröhre oder Nierenbecken.1

Jährlich erkranken in Deutschland rund 17.000 Menschen an einem invasiven Harnblasenkarzinom.2 Hinzu kommen noch rund 13.000 Erkrankte an nicht-invasiven papillären Karzinomen und In-situ-Tumoren der Blase, die aufgrund des erhöhten Risikos für Fortschreiten (Progression) und Wiederauftreten (Rezidiv) klinisch besonders relevant sind.2 Das mittlere Erkrankungsalter liegt sowohl bei Frauen (77 Jahre) als auch bei Männern (75 Jahre) deutlich jenseits der 70.2 Männer sind etwa dreimal so häufig betroffen wie Frauen – ihr Lebenszeitrisiko liegt bei rund 2,7 % (etwa 1 von 37), bei Frauen bei etwa 0,9 % (1 von 110).2


Je nachdem, wie weit der Tumor in die Blasenwand eingewachsen ist, unterscheidet die Medizin drei Stadien: den nicht-muskelinvasiven Blasenkrebs (NMIBC), bei dem der Tumor auf die Schleimhaut begrenzt ist, den muskelinvasiven Blasenkrebs (MIBC), bei dem das Blasenmuskelgewebe befallen ist, sowie den metastasierten Blasenkrebs, bei dem sich der Tumor über die Blase hinaus ausgebreitet hat.1 Diese Einteilung ist entscheidend für die Wahl der Therapie und die Prognose.



Blasenkrebs verursacht zu Beginn meist kaum Beschwerden und ist in der Regel nicht schmerzhaft. Ein häufiges frühes Warnzeichen ist Blut im Urin, das jedoch auch harmlose Ursachen wie eine Blasenentzündung haben kann.3 Weitere mögliche Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen oder vermehrter/verminderter Harndrang.3

Da sich die Prognose mit frühzeitiger Diagnose deutlich verbessert, sollten solche Warnzeichen immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.4 Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Männern bei etwa 58 % und bei Frauen bei rund 46 % – die günstigere Prognose bei Männern geht mit einer vorteilhafteren Verteilung der Tumorstadien bei Diagnosestellung einher.2

Das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, hängt wesentlich von Lebensstil- und Umweltfaktoren ab. Aktives und passives Rauchen sind die bedeutendsten Risikofaktoren.2 Auch der berufliche Kontakt mit bestimmten chemischen Stoffen wie aromatischen Aminen – etwa in Malereien und Lackierereien – kann die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen; aufgrund der langen Latenzzeit werden berufsbedingte Harnblasenkarzinome auch heute noch registriert.2 Eine vorangegangene Bestrahlung des Beckens, bestimmte Zytostatika oder Arzneimittel wie das Antidiabetikum Pioglitazon kommen ebenfalls als Auslöser infrage.2 Zudem können Luftverschmutzung, Arsen im Trinkwasser sowie chronisch-entzündliche Schädigungen der Blasenschleimhaut das Risiko erhöhen.2


Therapie des Blasenkrebses: individuelle Behandlungsstrategie

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem Tumortyp sowie dem individuellen Gesundheitszustand und den Wünschen der Patient:innen. Beim nicht-muskelinvasiven Blasenkrebs ist die endoskopische Abtragung des Tumors – die sogenannte transurethrale Blasenresektion (TUR-B) – meist der erste und oft bereits ausreichende Behandlungsschritt. Ergänzend kann eine Instillationstherapie erfolgen, bei der Medikamente über einen Katheter in die Blase gespült werden, um einem Wiederauftreten des Krebses vorzubeugen.4

Beim muskelinvasiven Blasenkrebs ist in der Regel die operative Entfernung der Harnblase, die sogenannte radikale Zystektomie, notwendig – häufig in Kombination mit medikamentösen Therapien vor und/oder nach dem Eingriff.4 Für ausgewählte Patient:innen kommt auch die trimodale Therapie – eine Kombination aus endoskopischer Tumorabtragung, medikamentöser Behandlung und Bestrahlung – als blasenerhaltende Alternative in Betracht.4 Beim metastasierten Blasenkrebs stehen systemische Therapien wie Chemotherapie, Immuntherapie oder andere zielgerichtete Medikamente im Vordergrund.4

Ein zentraler Baustein der modernen Blasenkrebsbehandlung sind Immuntherapien, die zunehmend in verschiedenen Krankheitsstadien eingesetzt werden.


Immuntherapie im Fokus

Das primäre Ziel der Immuntherapie besteht darin, das körpereigene Immunsystem anzuregen, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Krebszellen entwickeln häufig Mechanismen, mit denen sie sich vor dem Immunsystem „tarnen" und so unentdeckt wachsen können. Sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren heben diese Tarnung auf und ermöglichen eine effektive Immunantwort gegen den Tumor.

1. Gesunde Immunantwort

Immunzellen (T-Zellen) erkennen schädliche Zellen anhand von Veränderungen auf deren Oberfläche und können diese gezielt vernichten.

2. Prozesse bei Krebs

Krebszellen tarnen sich durch bestimmte Oberflächenstrukturen (Immuncheckpoints) und bleiben so vom Immunsystem unentdeckt – sie können sich ungehindert vermehren.

3. Krebsimmuntherapie

Immun-Checkpoint-Inhibitoren blockieren diese Tarnmechanismen. Das Immunsystem kann die Krebszellen wieder erkennen und bekämpfen.


Gemeinsame Therapieentscheidung im Tumorboard

In spezialisierten Krebszentren beraten verschiedene Fachärzt:innen – darunter Onkolog:innen, Urolog:innen, Radiolog:innen, Patholog:innen und Strahlentherapeut:innen – in einer Tumorkonferenz (auch Tumorboard genannt) gemeinsam über die bestmögliche Behandlungsstrategie. Dabei fließen Untersuchungsergebnisse, Krankheitsverlauf, Allgemeinzustand sowie die persönlichen Wünsche der Patient:innen in die Empfehlung ein. Eine gute Therapieentscheidung entsteht immer im Dialog zwischen Behandlungsteam und Patient:in.3


Informationen und Unterstützung für Patient:innen und Angehörige

Sprechblase - Ihr Dialog bei Blasenkrebs: unterstützt Sie dabei, Fragen zu stellen und verständliche Antworten zu erhalten.

Sie haben Fragen zum Thema Blasenkrebs? Wir sprechen darüber. Der offene Dialog über Ihre Erkrankung ist der erste Schritt zur Bewältigung. Diese Website bietet Orientierung, wenn Sie sich fragen, ob Sie betroffen sein könnten. Sie erklärt medizinische Abläufe bei Diagnose und Behandlung von Blasenkrebs und hilft Ihnen, mit Ihrem Behandlungsteam und den Menschen, die Ihnen nahestehen, in den Dialog zu treten.
https://www.sprech-blase.de/

Quellen

  1. DKFZ Krebsinformationsdienst, Blasenkrebs. Stand Oktober 2026; abrufbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/blasenkrebs
  2. Robert Koch-Institut, Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.): Krebs in Deutschland für 2019/2020. 14. Ausgabe. Berlin: Robert Koch-Institut; 2023. Kapitel Harnblase.
  3. Blasenkrebs. Eine Leitlinie für Patientinnen und Patienten (Mai 2017); abrufbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Blasenkrebs_v3.pdf
  4. Leitlinienprogramm Onkologie (DKG, DKH, AWMF): S3-Leitlinie Harnblasenkarzinom, Langversion 3.1, 2026, AWMF-Reg.-Nr. 032-038OL.

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