Vorstellung Nachhaltigkeitsindex 2022

AUTORIN

Tessa Wolf

Die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems muss nachhaltig gesichert und messbar gemacht werden 

Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der Besten weltweit. Um diese Qualität zu erhalten, sollten Nachhaltigkeit und Resilienz des Systems im Zentrum aller gesundheitspolitischen Entscheidungen stehen. Die Überlastung der Versorgung in der Pandemie sowie die zunehmende defizitäre Finanzierungssituation der gesetzlichen Krankenversicherung unterstreichen den Bedarf nach Veränderung.

So fehlt es aktuell nicht nur an konkreten Nachhaltigkeitszielen, vor allem die Messbarkeit und Vergleichbarkeit ist nicht gegeben. Deshalb hat AstraZeneca nun gemeinsam mit Vandage den Nachhaltigkeitsindex vorgestellt. Dieser ist mit wissenschaftlicher Beratung durch Prof. Dr. Wolfgang Greiner von der Universität Bielefeld sowie weiteren Expertinnen und Experten entstanden.  

Auf welcher Basis werden Entscheidungen darüber getroffen, wie zukünftig Ressourcen verteilt werden? Was ist die Grundlage für notwendige Investitionen in Richtung Nachhaltigkeit? Nur zwei Fragen unter vielen weiteren. Jede von ihnen tendiert jedoch in dieselbe Richtung: Das Gesundheitssystem fußt nicht auf einer datenbasierten Entscheidungsgrundlage. Der Nachhaltigkeitsindex stellt nun eine solche umfassende Datengrundlage zu ökologischen, ökonomischen und sozialen Indikatoren zur Verfügung, welche die Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems holistisch erfasst, messbar und vergleichbar machen kann. Und sie ist transparent und öffentlich für jeden zugänglich.

Deutschland braucht messbare Nachhaltigkeitsziele im Gesundheitswesen

Der Index ergänzt die gängigen Nachhaltigkeitsdefinitionen um Dimensionen, die spezifisch für das Gesundheitssystem relevant sind und entwickelt messbare 267 Indikatoren, um sie zu erfassen. So wird Nachhaltigkeit im Gesundheitssystem von einer abstrakten Größe zu einem evaluierbaren Ziel.

In Anbetracht strategischer Herausforderungen und deren Konsequenzen, welche das deutsche Gesundheitssystem kurz- bis langfristig betreffen, ist eine Ausrichtung unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit essenziell. Dennoch weisen nur 12 % der im Index als relevant identifizierten Indikatoren messbare Zielvorgaben auf.

Es gilt also, den aktuellen Status des deutschen Gesundheitssystems transparent zu erfassen, um darauf aufbauend Strategien entwickeln zu können. Dazu muss an vielen Stellen jedoch die Qualität der Daten verbessert werden. 17 % der definierten Indikatoren konnten im Rahmen des Index aufgrund einer eingeschränkten Datenverfügbarkeit nicht bewertet werden. Die vorliegenden Daten sind häufig nicht aktuell, wobei keine kontinuierlichen Zeitreihen, sondern nur einzelne (veraltete) Datenpunkte existent sind.

Aus den vorhandenen Daten lässt sich ableiten, dass derzeit nicht in allen Bereichen des Gesundheitswesens eine Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit erkennbar ist. Bei den von AstraZeneca und Vandage identifizierten Indikatoren lässt sich nur bei 25 % ein positiver Entwicklungstrend beobachten. Bei 30 % ist der Entwicklungstrend negativ, bei den übrigen neutral.



Künftig jährliche Berichterstattung zu Entwicklungen

Als AstraZeneca arbeiten wir tatkräftig daran, bis 2025 die eigenen Treibhausgas-Emissionen auf null zu senken und bis 2030 unsere gesamte Wertschöpfungskette CO2-negativ zu gestalten. Zusätzlich werden wir auf dem Weg zu 2030 bis zu 15 Medikamente auf dem Markt bringen. Innerhalb dieser Ambition bauen wir auf ein leistungsfähiges Gesundheitssystem, welches zum Beispiel zukünftige Innovationen im Blick behält und möglich macht. So sind die Entwicklung und Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsindex für uns nur ein erster Schritt. Sozusagen der Anfang eines kontinuierlichen und kollaborativen Austauschs von Expert:innen aus dem Gesundheitssystem, in dem der Index weiterentwickelt und aus seinen Ergebnissen die notwendigen Entscheidungen für eine optimierte Verteilung der Ressourcen abgeleitet werden.

Die jährliche Bewertung der Indikatoren mithilfe aktueller Daten und die Identifikation von Trends sollen die Ableitung von Handlungsempfehlungen durch einen Expert:innenrat im Rahmen der “Partnerschaft Zukunft Gesundheit” ermöglichen, der bereits in Gründung ist. In Planung sind zudem eine regelmäßige, jährliche Berichterstattung zu neuen Entwicklungen, besonderen Herausforderungen und möglichen Lösungsansätzen sowie Datenanalysen für ausgewählte Therapiegebiete.   

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.partnerschaft-zukunft-gesundheit.de. Der komplette Report steht zum Download bereit.

DE-56602/03-25