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Krebs betrifft fast jede:n Zweite:n im Lauf des Lebens1 – und trotzdem verschwindet das Thema viel zu oft aus dem öffentlichen Blickfeld. Genau deshalb ist es so wichtig, offen darüber zu sprechen. Am 19. und 20. Juni 2026 war AstraZeneca Onkologie und Hämatologie auf der YES!CON in Berlin dabei: mit Energie, mit Überzeugung und mit einem klaren Leitmotiv: Weil Zeit zählt.
Wer die YES!CON einmal erlebt hat, versteht sofort, warum sie anders ist als das, was man sich sonst unter einem Gesundheitskongress vorstellt: Weniger Bühne, mehr Tisch. Menschen, die mit Krebs leben, sitzen neben Forschenden, Ärzt:innen, Politiker:innen und Unternehmensvertreter:innen. Alle reden miteinander, nicht übereinander. Dieses Miteinander auf Augenhöhe ist selten – und genau der Grund, warum wir vor Ort waren. Mit einem integrierten Corporate Affairs-Ansatz, der Kommunikation, Policy und Patient:innenarbeit nicht nebeneinanderstellt, sondern bewusst verzahnt. Weil sich Krebs nicht überwinden lässt, wenn jede:r für sich arbeitet – und weil Deutschland vor enormen Versorgungsherausforderungen steht, in denen die Krebsmedizin nicht in den Hintergrund rücken darf.
Was bedeutet es, wenn Zeit verloren geht?
Was eine Diagnose im Leben eines Menschen auslöst, lässt sich nicht auf Zahlen reduzieren. Aber Zahlen machen den Bruch sichtbar:
- bis zu 6 von 10 Krebserkrankten leiden unter hoher psychischer Belastung2
- 56 % aller Paare berichten von einem negativen Einfluss der Krebserkrankung auf die Beziehung3
- etwa 1/3 aller Krebsüberlebenden ist im erwerbsfähigen Alter4
- bis zu 53% der Krebsüberlebenden verlieren ihren Arbeitsplatz oder beenden ihre Erwerbstätigkeit freiwillig innerhalb von 6 Jahren nach Diagnose5 – oft nicht, weil sie nicht können – sondern weil das System sie nicht auffängt
Dazu ein Versorgungssystem unter Druck: monatelange Wartezeiten durch Fachkräftemangel6-9, fehlende niedergelassene Onkolog:innen in ländlichen Regionen10, bürokratische Hürden auf dem Weg zu modernen Therapie11. Das Ergebnis: wertvolle Zeit, die verloren geht. Genau hier setzt unser Dreiklang an – Zugang zu Innovationen beschleunigen, Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten stärken, eine Zukunft gestalten, in der eine Krebsdiagnose nicht mehr gleichbedeutend mit Zeitverlust ist.
YES!CON 2026: Raum und Zeit für Dialog auf Augenhöhe
Zahlen machen Dringlichkeit sichtbar – aber sie ersetzen keine Gespräche. Auf der YES!CON wollten wir deshalb nicht präsentieren, sondern zuhören, fragen und gemeinsam denken. An unserem Stand hatten wir bewusst ein Format gewählt, das diesen direkten Austausch unkompliziert und in vertrauensvoller Atmosphäre möglich gemacht hat: kleine Gruppen, 15 Minuten pro Session, ein kurzer Impuls und dann Raum für die Fragen, die nach der Diagnose oder im Therapiealltag oft zu kurz kommen.
Vier Expert:innen, vier Perspektiven:
Vier Expert:innen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund standen mit offenem Ohr und hilfreichen Tipps allen Interessierten zur Seite:
Rebecka Heinz (Ex-Brustkrebs-Patientin, Gründerin von #einevonacht) kennt die Herausforderungen, die Menschen mit Krebsdiagnose am Arbeitsplatz beschäftigen, aus eigener Erfahrung. Sie gab praktische Hilfestellung für den Arbeitsalltag mit der Erkrankung. Ulrike Filippig (zertifizierte Onkolotsin, Trainerin für Onkolots:innen) half bei der Navigation durch bürokratische Prozesse, beantwortete organisatorische Fragen rund um (Palliativ-)Therapie und nannte wichtige Anlaufstellen. Außerdem gab sie wertvolle Anregungen im Umgang mit Angehörigen und Freund:innen. Nils Glaubke (Patient-Advocat und Podcaster) erläuterte, was sich hinter dem Begriff „Biomarker-Testung“ eigentlich verbirgt und warum Testungen im Behandlungskontext relevant sein können. Zudem besprach er mit den Besucher:innen, wie man Informationen, Entscheidungen und Gefühle nach der Diagnose bestmöglich sortiert bekommt und die nächsten Schritte gut planen kann. Lilli Gerstenmaier von AstraZeneca klärte zudem über klinische Studien auf und beantwortete Fragen wie: „Was sind klinische Studien genau? Für wen kommen sie infrage? Und wie findet man verlässliche Informationen hierzu?“
Die Resonanz hat uns tief berührt. Überall das Gefühl: Hier wird zugehört. Hier zählt jede:r Einzelne.
Forschung allein reicht nicht – Innovation muss bei den Menschen ankommen
Dr. Niko Andre, Head Oncology & Hematology bei AstraZeneca Deutschland, diskutierte im Panel „Innovationen der Krebsmedizin: Was erwartet uns in den nächsten fünf Jahren?“ über die Fortschritte in der Krebsmedizin und Zeitverluste in der Versorgung. „Die besten Therapien nützen nichts, wenn sie nicht bei den Patient:innen ankommen“, so Dr. Andre. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir nicht nur forschen, sondern auch den Dialog suchen – mit Betroffenen, mit Expert:innen, mit allen, die im Versorgungsalltag eine Rolle spielen. Und wir müssen gemeinsam bessere Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem schaffen, damit Patient:innen schnelleren Zugang zu Innovationen erhalten.“
In der Krebsmedizin lässt sich Zeit an drei Punkten gewinnen:
- Krebs früher erkennen durch Früherkennungsprogramme und Tests auf genetische Mutationen.
- Passgenau behandeln durch personalisierte Therapien und verlässlichen Zugang zu Innovationen.
- Besser begleiten durch gut koordinierte Versorgung.
Dafür setzen wir uns ein – durch klinische Forschung, Engagement im Gesundheitssystem und die Zusammenarbeit mit Betroffenen. Damit in Zukunft niemand mehr an Krebs sterben muss.
Was wir von der YES!CON mitnehmen? Eindrücke, die anspornen. Gespräche, die nachwirken. Und die Bestätigung: Zugang, Zusammenarbeit, Zukunft – das ist kein Slogan, sondern gelebte Haltung. Danke an yeswecan!cer für die Plattform. Danke an Rebecka, Ulrike, Nils und Lilli für eure Offenheit und Expertise. Und danke an alle, die mit uns gesprochen haben – gemeinsam nutzen wir die Zeit, die zählt.
Unser Video lässt die YES!CON 2026 noch einmal lebendig werden.
Referenzen
- Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (Hrsg.). Krebs in Deutschland für 2021-2023 (Report). Letzter Aufruf am 06. März 2026.
- Krebsinformationsdienst. Seelische Belastungen bei Krebs. https://www.krebsinformationsdienst.de/krebs-und-psyche/seelische-belastungen-angst. Letzter Zugriff: 05.03.2026.
- Zimmermann T. Partnerschaftliche und familiäre Aspekte bei Krebserkrankungen. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2022 Apr;65(4):446-452. doi: 10.1007/s00103-022-03495-1.
- Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (Hrsg.). (2025). Krebs in Deutschland 2025 (Report). Robert Koch-Institut. https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2025.pdf?__blob=publicationFile
- Mehnert, A. (2011). Employment and work-related issues in cancer survivors. Critical Reviews in Oncology/Hematology, 77(2), 109–130. https://doi.org/10.1016/j.critrevonc.2010.01.004
- Aerztestellen.de. Specialist Training in Human Genetics: Duration, Content, Career Prospects. Veröffentlicht 30. Mai 2025. Letzter Aufruf am 06. März 2026. https://aerztestellen.aerzteblatt.de/de/redaktion/facharzt-weiterbildung/facharzt-weiterbildung-humangenetik
- Aerztestellen.de. Specialist training in pathology: duration, content, career prospects. Veröffentlicht 30. Mai 2025. Letzter Aufruf am 06. März 2026. https://aerztestellen.aerzteblatt.de/de/redaktion/facharzt-weiterbildung/facharzt-weiterbildung-pathologie
- Deutsche Gesellschaft für Pathologie E.V. Press release: Pathology is a service of general interest – German Society of Pathology warns of gaps in care and calls for course corrections. Veröffentlicht Juni 2025. Letzter Aufruf am 06. März 2026. https://www.pathologie-dgp.de/die-dgp/aktuelles/meldung/pressemitteilung-pathologie-ist-daseinsvorsorge-deutsche-gesellschaft-fuer-pathologie-warnt-vor-versorgungsluecken-und-fordert-kurskorrekturen/
- IQVIA. IQVIA Onekey data. 2025.
- IQVIA. Oncology Factbook Germany. 2025.
- IQVIA. IQVIA CAR T-Cell Monitor. 2025.